Morsbach

Das Morsbacher Bergland ist die östliche Fortsetzung des Nutscheids hin zum Wildenburger Land. Der Wisser Bach durchfließt den Ort auf seinem Weg von Friesenhagen nach Wissen im Siegtal und wird hier durch den kleinen Morsbach verstärkt.

Wichtigstes Bauwerk in Morsbach ist die katholische Pfarrkirche St. Gertrud, eine staufisch-romanische Emporenbasilika aus dem frühen 13. Jahrhundert. Der vorgelagerte Westturm, stolze 31m hoch und aus Bruchstein gemauert – ist sogar noch etwas älter und wird aufs 12. Jahrhundert datiert. Die Morsbacher Pfarrkirche ist im Lauf der Jahrhunderte nicht wesentlich verändert worden. Im 14. Jahrhundert wurde eine Sakristei angebaut. Danach folgten eigentlich nur noch Restaurierungen, die den Charakter der mächtigen Basilika nicht veränderten.

Rund um die Kirche finden sich in Morsbach noch einige schöne alte Fachwerkhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Zwischen den Häusern kann man rechts über eine Treppe hinunter in die Bachstraße gehen und kommt von dort über eine schmale Bruchsteinbrücke in die alte Ortsmitte, wo sich ein kleiner Fachwerkhauswinkel versteckt, der den Namen Rheinischer Hof trägt.

Aus der Zeit, als Morsbach noch Luftkurort war, stammt auch der Kurpark am südlichen Rand des Orts. Hier kann man nicht nur mit der ganzen Familie entspannen, sondern auch die Hohe Hardt (339m) besteigen. Auf der Höhe steht der Morsbacher Aussichtsturm, auch Jähhardt genannt. Von ihm blickt man weit hinein ins Sauerland, das Sieg-Bergland, das Oberbergische Land und den Westerwald bis hinab zum Siebengebirge am Rhein. Noch ein wenig weiter südlich liegt der Steimel (364m), von dem man auch ohne Turm einen schönen Blick ins Umland genießt.

Rund um den Ort Morsbach liegen die über sechzig Dörfer und Weiler, die die Gemeinde Morsbach bilden. Lohnend ist ein Ausflug zum Flockenberg (343m) im Westen von Morsbach, wo die um 1680 errichtete Antoniuskapelle noch heute ein beliebtes Wallfahrtsziel darstellt.

Im Ellinger Grund nördlich von Morsbach befindet sich ebenfalls eine sehenswerte Kapelle. Die Marienkapelle wurde um 1700 erbaut wurde und ist seitdem zu Palmsonntag Ziel einer Prozession, die von Morsbach aus an sieben Stationshäuschen vorbei führt.

Dieser Fußgang hört auf den Namen Römerfahrt, was möglicherweise etwas damit zu tun hat, dass getrennt vom Harich (361m) bei Ellingen der kleine Weiler Rom liegt. Und da wir wissen, dass alle Wege nach Rom führen, ist es kein Wunder, dass hier schon manch ein Unwissender landete, dessen Freunde ihn zu einer Reise nach Rom einluden. Selbst der Kölner Erzbischof Kardinal Meisner kam 2002 zu Fuß von Morsbach nach Rom – allerdings nicht, um den Papst zu besuchen. Der Papst von Rom im Bergischen Land ist nämlich der örtliche Gastwirt.