Monsheim

Monsheim liegt 10km westlich von Worms im Pfrimmstal und ist ein typisches Winzerdorf im rheinhessischen Wonnegau. In Monsheim sehenswert sind die Denkmalzonen wie die Anhäuser Mühle nordwestlich oder das Monsheimer Schloss westlich der Bundesstraße 271.

Die Anhäuser Mühle an der Pfrimm und in der Straße „An den Mühlen“ beherbergt seit 1985 die Verbandsgemeindeverwaltung von Monsheim. Die spätklassizistische Dreiflügelanlage wurde als Unteres Schloss 1714 gebaut. Um 1866 wurde sie erneuert. Was man heute baulich sieht, stammt aus dem 19. Jahrhundert. Es gibt auch einen Bauerngarten und alte Mühlsteine in der Außengestaltung des Areals.

Etwas südwestlich davon und auf der anderen Seite der Bundesstraße steht Schloss Monsheim, das erstmals im 14. Jahrhundert als Wasserburg genannt wurde. Die Schlossanlage wurde Mitte des 17. Jahrhunderts im Stil der Renaissance gebaut. Im Schlosshof ist auch ein alter Hinkelstein zu sehen, der aus einem Gräberfeld nördlich stand. Prominenter Bewohner des Schlosses war Heinrich von Gagern, der im Mai 1848 in der Paulskirche zum Präsidenten des ersten frei gewählten, deutschen Parlaments wurde. Beim Schloss ist auch noch ein alter wehrhafter Turm zu sehen. Das Schloss ist in Privatbesitz.

Wendet man sich vom Schloss Monsheim aus gen Osten, kann man durch die Hauptstraße Monsheim gehen, an der sich einige Baudenkmäler aus dem 19. und 20. Jahrhundert befinden. Eines davon ist das Rathaus aus dem Jahr 1832 mit Arkaden und einem Glockenturm. Ebenfalls in der Hauptstraße steht das Anwesen Möllinger (1744) des Mennonit David Möllinger, dem vorher auch das Rathaus gehörte und der es gegen ein anderes Areal eingetauscht hatte. Der Mennonit war fleißiger Ackerbauer und Viehzüchter. Er düngte seine Felder und schaffte damit die vorherige Dreifelderwirtschaft ab. Er wurde auch „Vater des pfälzischen Ackerbaus“ getauft. Zudem war Möllinger Weinbauer, Bierbrauer und Schnapsbrenner. Das Bier lagerte er im Keller der Villa Fliedner in der südlich gelegenen Grabenstraße.

Die Villa Fliedner ist heute ein Gästehaus und wurde auf einem Keller des 18. Jahrhunderts 1891 gebaut und zwar vom Hobbyarchäologen und Landarzt Dr. Carl Fliedner, einem Sohn des Pfarrers Theodor Fliedner, der die Diakonie gründete. Die schmucke Villa Fliedner ist teils massiv und teils aus Fachwerk.

In der Hauptstraße prägt die evangelische Kirche einen Teil des ursprünglichen Reihendorfes. Die Kirche mit Sichtmauerwerk am neuromanischen Westturm und dem verputzten Saal stammt aus dem 15./16. Jahrhundert und ist im Kern spätgotisch mit Umbauten in der Folgezeit. Weitere Spuren der Religionen sind die einstige Synagoge (Hauptstraße 80) mit der Eingangsfassade aus der Zeit um 1850 und die Mennonitische Kirche (Nr. 91), ein klassizistischer Saalbau von 1820.

Südlich in Monsheim liegt das Bahnhofempfangsgebäude als Typenbau im Stil des Historismus aus dem Jahr 1885 mit dreigeschossigem Mittelteil und zweigeschossigen Flügeln. Die Güterhalle wurde zu einem Dorfgemeinschaftshaus umgebaut. Am Bahnhof Monsheim wird die Rheinhessenbahn (Worms-Bingen) mit der Pfälzischen Nordbahn (von Neustadt an der Weinstraße) und der Zellertalbahn (nach Langmeil) verknüpft.

Im Ortsteil Kriegsheim sind auch einige historische Spuren zu verfolgen. Die evangelische Kirche geht auf das 12. Jahrhundert zurück. Sie ist im Kern romanisch. Weitere Architekturstile sind Barock und Gotik. Das Pfarrhaus ist anbei und stammt aus dem Jahr 1726. Die katholische Kirche im Ort ist St. Joseph geweiht und aus dem Jahr 1864. Aus dem 16. Jahrhundert ist der Wohnturm in der Tränkgasse. Am Kriegsheimer Ortsrand steht das Anwesen der Wiesenmühle mit dem bereits genannten Wasserturm.

In Kriegsheim und Monsheim sieht man in den Weinlagen Weinbergshäuschen mit runden Kuppeln. Die Einzahl ist Trullo, die Mehrzahl Trulli. Das Wort kommt aus dem Italienischen und bezeichnet eine in Apulien vorkommende Architektur. Die kleinen Kuppelbauten bieten den Arbeitern Schutz vor der Witterung. Trulli sind Kraggewölbebauten aus Trockenmauerwerk, für die man keinen Mörtel braucht. Diesen speziellen Häuschen begegnet der Wanderer auf den zahlreichen Weinbergswegen in der Verbandsgemeinde Monsheim.

Südlich von Monsheim schließt sich Hohen-Sülzen an. Die Menschen dort wurden auch Frösche genannt, weil Hohen-Sülzen einen hohen Grundwasserspiegel hatte und von daher manches Haus nicht unterkellert ist. Der schmucke Winzerort hat ein sehenswertes altes Rathaus vom Ende des 16. Jahrhunderts. Die Erdgeschosshalle ist massiv und unter dem Krüppelwalmdach ist gepflegtes Fachwerk. Die Kirche in Hohen-Sülzen ist evangelisch und geht auf das Jahr 1499 zurück. Sie hat einen barocken Dachreiter.

Den südlichsten Zipfel der Verbandsgemeinde Monsheim bildet Offstein, das mal eine Burg hatte. Offstein zeigt Bausubstanz ab der Mitte des 18. Jahrhunderts. Man trifft auf barocke und spätbarocke Formen. Wein ist auch in Offstein ein beherrschendes Thema und Tonwerke sind es auch. Im Dorf gibt es ein Heimatmuseum, das sich den Fliesen und anderen Gegenständen der Offsteiner Tonwerke (1882 - ca. 1930) widmet. Dazu findet sich natürlich auch viel Heimatkunde.

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