Marienberghausen

Typisch für das Oberbergische Land sind die sogenannten Bunten Kerken – Kirchen mit farbenprächtigen mittelalterlichen Deckenmalereien. Eine dieser Bunten Kerken steht in Marienberghausen im Homburger Ländchen. Die evangelische Kirche von Marienberghausen stammt aus dem 13. bis 15. Jahrhundert und wurde im romanischen Stil erbaut. Erst bei Renovierungsarbeiten im Jahr 1910 entdeckte man die umfangreichen spätgotischen Wand- und Gewölbemalereien in der Dorfkirche. Motive sind unter anderem das Jüngste Gericht, der Drachenkampf des heiligen Georg und die Versuchung des heiligen Antonius. Die Bunte Kerke von Marienberghausen ist eine der wenigen im Rheinland, die unverfälschte spätgotische Malerei aufweist.

Eng verbunden ist Marienberghausen mit dem spätromantischen Komponisten Engelbert Humperdinck (1854-1921). Der gebürtige Siegburger verbrachte häufig seinen Urlaub bei einer Tante, die in der Nähe von Marienberghausen wohnte. Hier entstanden einige seiner Kompositionen. Der Ort gilt als der Geburtsort von Humperdincks Hauptwerk, der spätromanischen Märchenoper Hänsel und Gretel. In Marienberghausen sind dem berühmten Komponisten eine Straße und ein Denkmal gewidmet.

Etwas südlich von Marienberghausen im Tal der Bröl liegt die kleine Ortschaft Homburger Papiermühle. Der Ortsname erinnert noch heute an die jahrhundertelange Tradition der Papierherstellung im Homburger Ländchen. Der Ortsname geht zurück auf die älteste Papiermühle im Oberbergischen Kreis, die vermutlich bereits im 16. Jahrhundert durch die Herren von Homburg errichtet wurde. Bis 2007 produzierte die Homburger Papierfabrik – zuletzt Tapetenrollen. Dann wurde die Produktion aus Rentabilitätsgründen eingestellt.