Madfeld

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Im äußersten Nordosten der Briloner Hochfläche liegt das Dorf Madfeld. Nach Westen hin ist die Landschaft hier noch offen und leicht hügelig, wie es für die gesamte Hochfläche typisch ist. Nach Osten hin beginnen aber schon die Briloner Höhen, eine Reihe von bewaldeten Bergen, die die Briloner Hochfläche umgeben. Hausberg ist der Schwickartsberg (499m) im Süden des Ortes, im Osten ragt markant der Berg mit dem kuriosen Namen Brautlicht (499m) in die Höhe. Dass Madfeld nahe der Rhein-Weser-Wasserscheide liegt, wird an den Bächen deutlich, die ihre Quelle auf dem Gebiet des Ortes haben: Der Aabach, Große Aa und Kleine Aa fließen dem Rhein zu, während die südlich des Ortes entspringenden Bäche zur Hoppecke und damit zur Weser hin fließen.

So mancher Bach allerdings hat nicht nur seine Quelle bei Madfeld, er verschwindet dort auch wieder: in einer Bachschwinde, auch Schwalgloch genannt. Die Briloner Hochfläche liegt auf einem riesigen Massenkalkzug, und Kalkgestein lässt sich leicht vom Wasser auswaschen. So entstehen unterirdische Höhlen und Klüfte. Manchmal geschieht es, dass ein kleiner Bach komplett in ein unterirdisches Höhlensystem verschwindet, man spricht dann von einer Bachschwinde. Östlich der Straße, die nach Bleiwäsche führt, ganz in der Nähe des Kreuzwegs, ist dieses Phänomen zu beobachten.

Ganz in der Nähe im Waldgebiet Madfelder Holz findet sich eine zweite Besonderheit von Kalk- und Karstgebieten: Dolinen. Auf den landwirtschaftlich genutzten Feldern hat man diese trichterförmigen Senken schon längst aufgefüllt, doch im Wald gibt es sie noch. Solche Dolinen können zum Beispiel entstehen, wenn unterirdische Hohlräume in sich zusammenstürzen. An der Erdoberfläche bildet sich dadurch ein mehr oder weniger großer Krater, meist kreis- oder ellipsenförmig.

Sehenswertes Zentrum von Madfeld ist die katholische Pfarrkirche St. Margaretha. Ursprünglich war sie eine dreischiffige romanische Basilika aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Der heutige Chor ist noch ein Überrest dieser Kirche. Ihre Halle war im 17. Jahrhundert bereits baufällig, wie alte Urkunden belegen, und der Einsturz der Seitenschiffe drohte. Der Neubau ließ aber noch ein wenig auf sich warten, erst Anfang des 19. Jahrhunderts entstand das heutige einschiffige und dreijochige Langhaus. 1888 kam die Sakristei hinzu, 1891 der Westturm mit seinen 36m Höhe. Um 1900 fanden erneut Umbauarbeiten statt, das Gewölbe mit den äußeren Strebepfeilern entstand.

Im Inneren ist der Hochaltar interessant. Das barocke Werk aus dem Jahr 1681 besteht aus Mehlstein und Alabaster, angefertigt in der Werkstatt von Heinrich Papen. Aus der gleichen Werkstatt stammen auch die Doppelmadonna und die Kanzel, die angeblich dem Kloster Bredelar gehörten, bevor sie nach Madfeld kamen.

Ein kleines Heiligenhäuschen befindet sich außerhalb des Ortes an der Straße nach Alme. Es wird beschattet von der sogenannten Almer Linde, einem von mehreren sehenswerten alten Bäumen und Baumgruppen auf Madfelder Gebiet.

Große Teile der Landschaft rund um Madfeld stehen unter Schutz, mehrere Naturschutzgebiete sind hier offiziell ausgewiesen. Im Norden liegt das Naturschutzgebiet Eschker Holz, ein 43,5ha großer, reich strukturierter Laub-Mischwald. Beim Wandern bietet er eine schöne Abwechslung zu den großen Nadelholz-Flächen.

Benachbart am Hang des Krautkopf (483m) liegt der Hemmeker Bruch, eine 16,6ha große typische Grünlandschaft, die einen Bach von seiner Quelle bis zum Schwalgloch begleitet. Noch ein kleines Stückchen weiter westlich liegt das kleine Naturschutzgebiet Schwelge-Wolfsknapp. Es ist gerade einmal 4,8ha groß und schützt ein besonders schönes Stückchen Landschaft mit der Bachschwelge, ebenfalls eine Bachschwinde. Mit über 72ha Fläche besonders groß ist das Naturschutzgebiet Aabachtal. Die naturbelassene Bachlandschaft dient vielen gefährdeten Tier- und Pflanzenarten als Heimat.