Münzenberg

Ein wahres Kleinod der Wetterau stellt Münzenberg mit seiner stattlichen und landschafsprägenden Burganlage dar. Münzenberg liegt am Nordrand der Wetterau, knapp 8km östlich von Butzbach. Die Wetter fließt durch die Gemarkung von Münzenberg, wo auch die Salzwiesen liegen. In Münzenberg und den Stadtteilen Gambach, Ober-Hörgern mit seiner Museumseisenbahn und Trais-Münzenberg mit seiner hübschen Römerstraße und den historischen Hoftoren, leben um die 5.500 Menschen. Die Ortschaften mit ihren Kirchen und Fachwerkhausbeständen verzaubern.

Die mittelalterliche Silhouette Münzenbergs machte den historischen Ort mit dem Wetterauer Tintenfass, wie die stattliche Burganlage genannt wird, über die Region hinaus bekannt. Die Burganlage stünde der Wartburg in nichts nach, sagen jene, die den Vergleich haben.

Münzenberg fasziniert durch zahlreichen zahlreichen Kultur- und Naturdenkmäler, wie dem Naturschutzgebiet Salzwiese. Es ist das größte hessische Binnensalz-Gebiet mit Nass- und Feuchtwiesen, Süßwasser und trockenem Grünland. Viele durchziehende Vögel nutzen die reichhaltige Nahrungspalette.

Bei einem historischen Rundgang durch Münzenberg empfiehlt sich ein Besuch des Marktplatzes mit einem Pranger und dem historischen Rathaus, das 1551-54 erbaut wurde. Auffallend an diesem Fachwerkgebäude ist der von vier Bügen getragene Erker.

Auffällig ist auch die evangelische Kirche in Münzenberg durch ihren wie gedreht wirkenden Turm, dessen Figur an heißen Tagen an ein Softeis denken lässt, dem asymmetrisch abgeschleppten Satteldach und ihrem Seitenschiff. Die Ursprünge des Kirchenbaues gehen bis ins 12. Jahrhundert zurück. Das Kruzifix im Inneren ist der Spätgotik zuzuordnen und wird von echtem Menschenhaar geschmückt. Wertvolle Ausstattungsstücke bekräftigen die Stellung der Kirche.

Der Kern um den Markt wird von einer teilweise heute noch sichtbaren Ringmauer und zwei Mauertürmen umgrenzt. Südlich der Burg sind Überreste von Burgmannenhöfen zu finden. Der Hattsteiner Hof ist der bekannteste von ihnen und gehörte als Gutshof den Solms-Laubachern. Die Grafen von Solms hatten seit 1418 eine wichtige Stellung. Der runde Treppenturm und der erkerähnliche Vorbau stammen aus dem 16. Jahrhundert, das barocke Herrenhaus ist aus der Renaissance. Heute dient der Hattsteiner Hof zu großen Teilen Wohnzwecken.

Nein, es ist nicht das Reckgerüst eines Riesen, dort südwestlich des Münzenberger Stadtkerns, es ist ein Galgen und in seiner Ausführung eine einzigartige Gerichtsstätte in der Wetterau. Der Münzenberger Galgen befindet sich auf dem Hangrücken über einem Tal der Wetter. Der Spaziergang bietet einen schönen Blick auf die Burg Münzenberg, das frühgotische Altstätter Tor und die Hirzegärten, wo die Burgherren im 15. Jahrhundert Böcke schossen. Vom sogenannten Galgenweg hat man eine gute Aussicht auf die Wetterau zwischen den Ausläufern von Vogelsberg und Taunus.