Littfeld

Folgt man der Littfe in ihrem Tal aufwärts, erreicht man mit Littfeld und Burgholdinghausen die beiden nördlichsten Orte in Siegerland-Wittgenstein, bevor es über den Bergkamm der Rahrbacher Höhe hinüber ins Ebbegebirge geht.

Der Name Litphe wird um 1300 das erste Mal urkundlich erwähnt, doch muss die Gegend schon zuvor besiedelt gewesen sein. So deutet der Name Henninghausen aus einer Schenkungsurkunde von 1079 auf die heutige Heimighäuser Wüstung im Littfelder Grubental hin.

Geschichten aus vergangenen Jahrhunderten erzählt auch die Sammlung des Heimatvereins Littfeld-Burgholdinghausen. Die alte Kapellenschule in der Ortsmitte Littfelds beherbergt ein umfangreiches Archiv an Bildern von Alt-Littfeld und zeigt das Leben in früheren Zeiten.

Auch wer sich für Johann Heinrich Jung, genannt Stilling, interessiert, findet hier Sehenswertes: Fast das gesamte Schriftwerk des Augenarztes und Schriftstellers, der im nahen Grund bei Hilchenbach geboren wurde, kann hier in der alten Kapellenschule Littfeld eingesehen werden. Die etwas jüngere Vergangenheit wird ebenfalls beleuchtet. Eine sudetendeutsche Sammlung erinnert an die Flüchtlinge, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus dieser Region kamen.

Aus der Bergbauzeit sind heute nur noch vereinzelt Halden oder Gebäude zu sehen. Dafür um so mehr Natur: Das ehemalige Grubengelände steht heute unter Naturschutz. Es bietet zahlreichen Arten wie Wollgras oder Grasnelken auf den ehemaligen Halden einen idealen Lebensraum.

Wer sich für die Bergbaugschichte des Siegerlandes interessiert, dem sei ein Spaziergang von Littfeld zur Bergbauwüstung Altenberg auf halbem Weg zum nahe gelegenen Müsen zu empfehlen. Dabei handelt es sich um eine der bedeutendsten mittelalterlichen Bergbausiedlungen Europas, einzigartig auch deshalb, weil zum ersten Mal bewiesen werden konnte, dass die Siegerländer Bergleute bereits im 13. Jahrhundert auch ohne die technischen Mittel der Neuzeit in der Lage waren, Schächte zum Abbau von Silbererz in den Berg hineinzutreiben.

Wer sich für Technik interessiert, für den könnte auch kleiner Spaziergang hinauf auf Langebachs Köpfe lohnend sein. Durch das Langebachtal geht es vom Wanderparkplatz in nordwestlicher Richtung hinauf bis zur Kreisgrenze. Dort steht ein Windrad mit dem klangvollen Namen "Ewiger Fuhrmann". Die Windkraftanlage, die mit 150 Metern Höhe zu den höchsten der Welt gehört, hat einen Rotordurchmesser von gewaltigen 66 Metern; das Maschinenhaus mit seinen 63t Gewicht ruht auf einem 145t schweren Turm aus Stahlfachwerk.

Das kleine Burgholdinghausen hat seinen Namen tatsächlich von einer Burg, die einst hier stand. Heute ist davon allerdings nichts mehr zu sehen. Lediglich ein kleines aus Stein gemauertes Gebäude, der Schafstall, ist aus der Zeit zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert übrig. Dank der abgeschiedenen Lage hat sich rund um Burgholdinghausen eine idyllische Landschaft erhalten, die Wanderer geradezu dazu einlädt, die Wanderschuhe zu schnüren. Bei Burgholdinghausen liegt mit dem Berg Hoher Wald (665m) die höchste Stelle im Littfelder Grund.