Langenholthausen

Am Fuß des Trachtenbergs (305m) liegt südöstlich von Balve der Ortsteil Langenholthausen im Tal der Borke, einem 12km langen Zufluss der Hönne. Zu Balve gehört der Ort erst seit der Eingemeindung im Jahr 1975. Zuvor war Langenholthausen jahrhundertelang eine selbstständige Freigrafschaft gewesen, ein Lehen der Grafschaft Hohenlimburg.

So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sich bis heute die Überreste des ehemaligen Ritterguts erhalten haben. Da wäre zum einen die alte Kornmühle zu nennen. Ausgestattet mit zwei Mahlgängen sorgte sie in der Vergangenheit für das Mahlen von Getreide, angetrieben durch Wasserturbinen. Ober- und Untergraben für die nötige Wasserzufuhr sind bis heute sichtbar.

Ebenfalls erhalten und einst Teil des Burgkomplexes ist ein Bauernhaus. Das typische Längsdeelenhaus ruht auf einem gemauerten Bruchsteinsockel, während die oberen Etagen in Fachwerkbauweise ausgeführt sind. Viehhaus und Wohnbereich gab es darin einst, heute dient es nur noch als Wohnhaus.

Es ist belegt, dass Langenholthausen auch auf eine lange Geschichte in Sachen Bergbau zurückblickt. Insbesondere im 18. Jahrhundert war die Region um Balve einer der Schwerpunkte der industriellen Eisenerzverarbeitung im Sauerland. Eine der ältesten erhaltenen Hochofenanlagen findet sich beispielsweise im nahen Wocklum. Über die spannenden Details informiert der rund 7,5 km lange Bergbauwanderweg, der an der Sankt Johannes Kirche in Langenholthausen startet. Insgesamt 13 Informationstafeln erzählen alles Wissenswerte.

Folgt man der Straße von Langenholthausen aus in Richtung Südwesten, erreicht man rasch den Nachbarort Benkamp. Auch hier finden sich Spuren eines mittelalterlichen Ritterguts. Vom ehemaligen Sitz der Ritter von Benkamp ist heute nichts mehr zu sehen. Allenfalls einige sehr alte Eichen zeigen an, wo das Haupthaus einst stand. Der Standort war im Mittelalter nicht unwichtig: Hier entlang führte früher die sogenannte Kölner Landstraße. Sie führte von Arnsberg nach Köln, woran ein alter Bildstock erinnert.