Löwenburg (Siebengebirge)

Zwischen Rhöndorf und Ittenbach erhebt sich auf dem Stadtgebiet von Bad Honnef die Löwenburg (455m), der zweithöchste Berg im Siebengebirge. Er liegt hinter dem Drachenfels (321m) und vor dem Lohrberg (432m) direkt an der Wegführung des Rheinsteigs, der hier den höchsten Punkt auf seiner über 300km langen Tour entlang der Rheinberge zwischen Wiesbaden und Bonn erreicht.

Ihren Namen verdankt der Berg Löwenburg der gleichnamigen Löwen-Burg, die die Grafen aus Sayn um 1200 auf dem Gipfel errichteten. Ihr Wappen ist der Löwe, und das wollten sie demonstrativ hier wie auch zuvor in Blankenberg an der Sieg stolz dem Streben der Kölner Erzbischöfe entgegenhalten. Diese hatten die Wolkenburg und später Burg Drachenfels als Bollwerke in Richtung Westerwald gebaut, um ihr Machtstreben zu dokumentieren.

Durch die Erbfolge gelangte die Löwenburg an die Grafen von Sponheim-Heinsberg, die sich ab sofort als Herren von Löwenburg bezeichneten und Honnef als Hauptort ihrer Herrschaft auserkoren. Viele Besitzerwechsel später fällt die Löwenburg 1484 an die Herzöge von Berg und spielt keine Rolle mehr.

Erhalten sind heute noch die Zisterne im Burghof und zwei Seitenmauern des ehemaligen Bergfrieds der Hochburg. Der Bergfried selbst wurde 1881 wegen Baufälligkeit abgetragen, nachdem zuvor eine Initiative zur Erhaltung und Sanierung der Ruine gescheitert war. Von hier oben genießt man einen guten Rundblick auf Siebengebirge, Westerwald und Eifel.

Der Dichter des Westfalenlieds, Emil Rittershaus, verfasste die folgenden Zeilen:

Der Berge sieben heben sich empor am Niederrheine. Es winden grüne Reben sich um graue Felsgesteine …

Wer mag von euch der schönste sein, ihr mächtigen Gesellen? Hell spiegelt sich der Drachenstein in silberhellen Wellen.

Sankt Peter liebt’s in Frömmigkeit mit Glockenhaut zu reden. Wem wird denn wohl der Kranz geweiht? Fürwahr ein Kranz für Jeden.

Doch wenn ihr nach der Größe fragt, aus stolzen Buchenhallen die Felsenhäupter überragt die Löwenburg vor allen!

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