Kloster Seligenthal (Sieg)

Die älteste Franziskanerkirche nördlich der Alpen steht im Siegburger Stadtteil Seligenthal: Das Kloster Seligenthal wurde im Jahre 1231 vom Grafen von Sayn gegründet und war ursprünglich die Einsiedelei St. Annenkloster. Mit Spendengeldern errichtete man an der Einsiedelei eine Klosterkirche, die 1255 als Antoniuskirche geweiht wurde. Aus dem Jahr 1627 stammen die ersten urkundlichen Belege für eine Wallfahrt nach Seligenthal. Bei einem Brand anno 1647 wurden Kloster und Antoniuskirche stark beschädigt und vorübergehend aufgegeben.

1654 erhielt der Minoritenorden das Klostergebäude mit der Auflage, dort eine Schule einzurichten. Die Minoriten gründeten eine Niederlassung in der Klause des ehemaligen St. Annenklosters und errichteten den abgebrannten Südflügel neu. 1660 entstand außerdem ein neues Pfarrhaus. Weitere Klostergebäude kamen im 19. und 20. Jahrhundert dazu.

Im Zuge der Säkularisation löste man 1803 das Minoritenkloster von Seligenthal samt Schule auf und verkaufte den Besitz. Nun drohte die Anlage zu zerfallen. Mit erneuter Hilfe von Spendengeldern wandelte man 1834 die Klosterkirche in die heutige Pfarrkirche St. Antonius um und richtete wieder eine Schule ein. Ab 1878 fand der Unterricht im Nachbarort Kaldauen statt. Das Kloster selbst beherbergt heute ein Restaurant und Hotel.

Am 16. August, dem Tag des heiligen Rochus, findet alljährlich eine Wallfahrt nach Seligenthal statt: Die Gläubigen besuchen die 1709 errichtete St. Rochus Kapelle. Sie entstand als Dank dafür, dass der Ort von der Roten Ruhr verschont blieb, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts die Region heimsuchte.

Unterhalb der Wahnbachtalsperre, zwischen Seligenthal und dem Hennefer Ortsteil Allner, befindet sich das ehemalige Bergwerk Ziethen. Funden zufolge wurde hier wohl bereits im 12. Jahrhundert Blei- und Kupfererz gefördert. 1854 nahm man das Bergwerk erneut in Betrieb und baute bis in eine Tiefe von 70m Erze ab, zeitgleich mit den Gruben Plinius und Franz im Westen der Wahnbachtalsperre. Bereits 1878 wurde der Betrieb dann endgültig stillgelegt, da das Erzvorkommen zu Neige ging. Heute sind vom Bergwerk Ziethen nur noch eine große überwachsene Halde sowie einige aus der Erde herausragende Eisenstangen übrig.