Kloster Reichenstein

Südwestlich von Monschau, zwischen Kalterherberg und Mützenich, liegt das ehemalige Kloster Reichenstein, das heute auch als Gut Reichenstein bekannt ist. Ein Eifelsteigzuweg führt hier entlang und die Klosterroute, eine abwechslungsreiche Schleife zum Eifelsteig.

Das Kloster Reichenstein entstand am Ort einer Höhenburg aus dem 11. Jahrhundert auf einem Hügel im Tal der Rur. Benachbart liegt auch ein Weiher. Die Höhenburg wurde zum Schutz der Besitzungen durch die Grafen und späteren Herzöge von Limburg errichtet. Als sie die Burg nicht mehr brauchten, weil sie den Anforderungen nicht länger gerecht wurde, verschenkten sie die Burg Richwinstinne an die Praemonstratenser, die dann ein Kloster gründeten.

Reichenstein war bis 1250 ein Doppelkloster. Doppelt bezieht sich dabei auf Mönche und Nonnen. Die Chorherren zogen später ins Kloster Steinfeld und die Praemonstratenserinnen blieben bis 1487. Als sie gingen, zogen Kanoniker ein. Es folgte eine Zerstörung Mitte des 16. Jahrhunderts und der Wiederaufbau. 1636 kommt der Apostels des Venns, Prior Stephan Horrichem, zum Zug. Nach seiner Zeit 1687 kam es zum Aufbau des Prioratsgebäudes, so wie es noch zu sehen ist.

Die Einweihung der Klosterkirche fand 1693 statt. Mit der Säkularisation war natürlich Schluss mit dem Klosterleben. Das Gut Reichenstein mit 125ha Land ist heute eines der größten Güter im Monschauer Heckenland.

Nach der Auflösung des Klosters geriet der Besitz mehrfach in unterschiedliche Hände, in die eines Tuchfabrikanten zum Beispiel. Dabei wurde auch die Klosterkirche nicht von Neunutzungen verschont. Sie war Schafstall, Käsefabrikation und Heuboden. Im September 2008 zogen erst wieder Geistliche ein. Die Priesterbruderschaft St. Pius X. gründet eine Klostergemeinschaft am Ort nach der Benediktsregel. 2009 erfuhr auch die Klosterkirche eine neue Weihe.

Die Klosterroute kommt am Kloster Reichenstein vorbei und misst 16km mit einer Ergänzung von 5,5km, wenn man zum Ausgangspunkt zurück möchte. Nachdem man sich das Voranschreiten der Arbeiten in Reichenstein angesehen hat, liegt als nächstes sakrales Bauwerk die Norbertus-Kapelle am Weg, die im Sommer 1926 eingesegnet wurde.

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