Klein-Tirol im Oberharz: Bergstadt Wildemann und Kreuzbacher Teich


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 14 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 38 Min.
Höhenmeter ca. ↑462m  ↓462m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Die Wanderung durch den Harz führt uns in einer Runde zwischen den Höhen Iberg (563m) westlich, wo auch Routen des Baudensteigs verlaufen, und Hoher Berg (609m) östlich. Sie legt sich zwischen die Bergstadt Bad Grund und Clausthal-Zellerfeld. Dabei kommen wir durch die Ortschaft Wildemann, der kleinsten der sieben Bergstädte im Oberharz.

Wildemann bezeichnet sich auch gerne als Klein-Tirol im Oberharz. Dem Wilden Mann wurde eine Bronzestatue im Ort gewidmet.

Ein Flüsschen auf unserer Wanderung ist die Innerste, ein rund 100km langer linker Nebenfluss der Leine, mit Quelle südöstlich von Clausthal-Zellerfeld. An der Innerste, in einer Biegung der Harzhochstraße (B242) stellen wir das Auto auf den Parkplatz der Wildemann Bundesstraße, queren diese sowie die noch junge Innerste und die L515. Wir treffen auf ein Steinbruchgelände am Fuße des Einersbergs (592m). Im Tal der Innerste wurden Grauwacken abgebaut. 

Durch abwechslungsreiche Gefilde mit einem Aussichtspunkt beim Steinbruch geht es weiter und über den Hohen Berg (609m). Unser Weg umrundet das kleine Naturschutzgebiet Johanneser Bergwiesen. Wir kommen zum Aussichtspunkt der Ernst-August-Höhe und dem Rastplatz Prinzenlaube. 

Der Ernst-August-Stieg führt uns aussichtsreich in die Bergstadt Wildemann, hier geht es auch in Serpentinen über offenes Gelände – und zwar talwärts bis auf etwa 390m. Die Bebauung legt sich in einer Sichelform um den Gallenberg (510m) und diese Sichel wird von der Innerste sowie der Straße Bohlenweg durchzogen. Wir queren beide auf unseren Weg zur evangelischen Maria-Magdalenen-Kirche aus dem Jahr 1915, einer Rekonstruktion der Vorgängerin im Fachwerkstil aus dem Jahr 1514. 

In und um Wildemann sind einige Relikte der Bergwerksgeschichte zu finden, Stolleneingänge, Lichtlöcher, Schächte. Sie gehören teilweise zum 13-Lachter-Stollen. Das Bergwerk wurde ab 1526 betrieben. Der Wasserlösungsstollen ist zwischen Hindenburgstraße und Seesener Straße, wohin wir einen Abstecher machen müssten. Südlich unseres Wegs liegt der 19-Lachter-Stollen. Der gehört zum UNESCO-Welterbe und wurde als Schaubergwerk eingerichtet.

Ganz ohne Abstecher geht es hinauf über Wiesen auf den Gallenberg, dann durch Wald an der Quellenweg-Tränke vorbei, wo man Wasser auffüllen kann. Der Quellweg stößt auf einen Weg zwischen dem Hasenberg (nördlich) und dem Iberg (südlich), den wir heute einmal auslassen. Unsere Wanderung bringt uns zur Schutzhütte Schweinebraten auf den Schwarze-Wald-Weg, zur Schönen Aussicht mit Rastmöglichkeit sowie dann zur Harzhochstraße mit der Grenzhütte.

Wir queren die Bundesstraße und erreichen den Kreuzbacher Teich, wo der Große Kreuzbach angestaut wurde. Viele Teiche im Harz sind Zeugen der einst emsigen Bergbautätigkeit, waren Hochwasserschutz und wurden zur Energiegewinnung genutzt, zur Entwässerung der Stollen oder als Trinkwasserspeicher. Heute kommt die Naherholung hinzu. Wir kommen an der Kreuzbachhütte vorbei, treffen die Innerste, die uns zum Ausgangsort zurückleitet.

Bildnachweis: Von Kassandro [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

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