Kestrich

Kestrich und Groß-Felda bilden heute quasi eine bauliche Einheit und sind das Herz der Gemeinde Feldatal, die sich selbst den Beinamen Tal der Mühlen gibt. Neben Mühlen in Ermenrod und Zeilbach gibt es in Groß-Felda auch noch eine historische Mühle, die Wolfmühle, die 1635 urkundlich erwähnt wurde.

Im benachbarten Kestrich sind es aber nicht die Mühlen, sondern sakrale Bauwerke, die ins Auge fallen. Da ist zum einen die alte Synagoge Kestrich. Kestrich als einer der ältesten Orte im Vogelsberg hatte schon um 1600 eine jüdische Gemeinde. 1834 waren nach statischen Aufzeichnungen 16% der Bevölkerung jüdischen Glaubens, die in der Synagoge auch ihre Kinder ausbildeten. Die alte Synagoge wurde 2004-05 aufwändig restauriert und dient seitdem als Gedenk- und Kulturstätte. Erhalten ist auch der alte jüdische Friedhof mit seinen historischen Grabsteinen.

Die Synagoge entstand direkt neben der evangelischen Fachwerkkirche, die 1772-73 erbaut wurde. Die Fachwerkkirche in Kestrich beeindruckt durch einen für ihre Größe überdimensioniert wirkenden Turm mit welscher Haube.

Verlässt man Kestrich südwärts, findet man linkerhand an der Straße nach Stumpertenrod das Naturdenkmal Steinrück, ein Wald mit einem kleinen Felsenmeer. Nach Norden hin liegt hinter dem Grohenberg (411m) der hübsche Dautzenroder Teich, der vom örtlichen Angelclub genutzt wird.

Von Groß-Felda bis zum Homberger Stadtteil Ehringshausen ist das Tal der Felda als Naturschutzgebiet Feldatal ausgewiesen. Markant ist die Weichholzaue, die das Bachbett begleitet und festigt. Weiden, Erlen und einige Pappeln bilden ein Bollwerk gegen Wasserfluten, sammeln aber auch die durch Überschwemmungen dorthin verfrachtete genetische Vielfalt auf und bieten mit ihren toten Hölzern an den Ufern vielen Lebewesen Unterschlupf.