Kölner Elisabethpfad Etappe 8 Obereisenhausen - Marburg


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Wegweiser
Länge: 27.32km
Gehzeit: 06:53h
Anspruch: mittel
Wegzustand: gut
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Höhenprofil und Infos

Die Schlussetappe auf dem Elisabethpfad vom Kölner Dom bis zur Elisabethkirche in Marburg beginnt in Obereisenhausen am östlichen Rand der Bottenhorner Hochfläche. Von hier geht es zunächst ostwärts durch ein Waldgebiet oberhalb von Holzhausen bis zur Bundesstraße B 453. Diese wird passiert und an Herzhausen vorbei erreicht der Elisabethpfad Diedenshausen mit seiner hübschen kleinen Fachwerkkirche, die 1796-1805 erbaut wurde.

Hinter Diedenshausen trifft der Elisabethpfad wenig später auf den 6km langen Waltersbach, ein Zufluss des Elnhauser Wassers. Diesem folgend steuert der Pilgerweg Weg auf den Marburger Rücken zu und kommt nach Dilschhausen, das bereits zum Stadtgebiet von Marburg zählt. Sehenswert ist hier die kleine romanische Kapelle, die etwa zeitgleich mit der Elisabethkirche im 13. Jahrhundert erbaut wurde.

Nächster Zielpunkt ist Elnhausen. Hier fällt der Blick auf das kleine Schloss Elnhausen. Das Herrenhaus wurde 1700-17 am Standort einer verfallenen Burg aus dem Mittelalter errichtet. Später wurde in Schloss Elnhausen eine Försterei eingerichtet. Heute ist das Anwesen in Privatbesitz. Vis-a-vis zum Schloss Elnhausen steht die 1743-45 erbaute Dorfkirche.

Am Kletterpark Marburg vorbei führt der Elisabethpfad durch den Peterswald und passiert hier auch die Dammühle. Die erste Erwähnung der Dammühle findet sich in Aufzeichnungen aus dem Jahr 1380. Um 1800 richten die Mühlenbesitzer eine kleine Wirtschaft ein, die sich zu einem Hot Spot für die Marburger Studenten entwickelte – nicht zuletzt wegen ihrer Abgeschiedenheit, die es Corpsstudenten ermöglicht, scharfe Partien auszutragen.

In Wehrshausen angekommen, sollte man einen Blick auf die evangelische Kirche werfen. Der Gründungsbau geht auf eine 1339 gestiftete Marienkapelle zurück und wurde 1475 in der heute noch sichtbaren Form ausgebaut. Bis zur Reformation war Wehrshausen ein bekannter Marien-Wallfahrtsort.

Südlich der Wehrshäuser Höhe (349m) leitet der Elisabethpfad in den Marburger Stadtteil Ockershausen und kommt an einem Elisabethenhof vorbei – der hat allerdings nichts mit der heiligen Elisabeth zu tun, sondern wurde nach Elisabeth Zimmer benannt, die Ende des 19. Jahrhunderts ein Hilfswerk für in Not geratene Frauen und Mädchen gründete.

Über den Rotenberg geht es dann in die Barfüßergasse, die uns auf direktem Weg zum Marburger Marktplatz in der Oberstadt führt. Hier steht das gotische Rathaus, erbaut 1512-27. Der Renaissanceturm mit dem Uhrgiebel wurde 1581 hinzugefügt. Zur vollen Stunde hebt der Gockel zu einem blechern klingenden Geräusch etwas wacklig seine Flügel. Der Marburger Marktplatz war der Überlieferung nach Schauplatz der Gründung des Landes Hessen im Jahr 1248. Sophie von Brabant, älteste Tochter der heiligen Elisabeth, soll hier am Marktbrunnen ihren damals vierjährigen Sohn Heinrich zum Landgrafen ausgerufen haben. Eine Statue, die Sophie von Brabant darstellt, erinnert daran.

Rund um den Marktplatz stehen zahlreiche schmucke und historische bedeutsame Gebäude. Eines sticht aber heraus: Die Reste einer mittelalterlichen Synagoge aus dem 13. Jahrhundert oberhalb des Marktplatzes neben dem Haus Markt 23 sind unter einem Glaskubus von außen einsehbar. Dieses in alten Quellen als Judenschule bezeichnete Gebäude wurde bereits 1452 abgebrochen – umso erstaunlicher sind die Resultate der 1993-98 durchgeführten Ausgrabungen.

Durch Wettergasse und Steinweg leitet der Elisabethpfad dann hinunter ins Lahntal zur Elisabethkirche. Die 1235-83 erbaute Kirche gilt als erster gotischer Kirchenbau in Deutschland. Die mächtigen, 80m hohen Türme wurden 1340 fertiggestellt. Im nördlichen Turm befindet sich übrigens seit 1946 das Grab Paul von Hindenburgs, dem letzten Reichspräsidenten der Weimarer Republik.

Wichtiger allerdings ist eine andere Begräbnisstätte: Im nördlichen Kreuzarm der Elisabethkirche befindet sich das um 1250 entstandene Mausoleum Elisabeths mit einem um hundert Jahre jüngeren Sarkophag, dessen Reliefschmuck die Aufbahrung Elisabeths im Beisein Christi und zahlreicher Würdenträger darstellt. Der reich geschmückte Elisabethschrein in der um 1326 errichteten Sakristei ist der wichtigste Schatz der Elisabethkirche.

Kölner Elisabethpfad Etappen


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