Jossa (Hosenfeld)

Der Hosenfelder Ortsteil Jossa liegt nordwestlich der Kerngemeinde im östlichen Vogelsberg. Seinen Namen verdankt der 470 Seelen zählende Ort dem knapp 12km langen Nebenfluss der Lüder: der Jossa, die südwestlich des Ortes entspringt. Der Name Jossa leitet sich vermutlich vom keltischen Begriff Jazza ab, der soviel bedeutet wie sprudeln oder brausen.

Rauschen und brausen, das machen auch die Pipers und Cessnas, die südlich von Jossa auf dem Flugplatz Jossa starten und landen. Jossa, als westlichster Punkt des Landkreises Fulda ist also auch gut über den Luftweg zu erreichen!

Ob das erste Paar, das sich im 2011 eröffneten Hochzeitshaus im Bürgerzentrum von Jossa hat trauen lassen, einfliegen ließ, lässt sich nicht recherchieren. Bei der Renovierung des stattlichen Fachwerkbaus wurde darauf geachtet, so viel vom alten Bestand beizubehalten, wie möglich.

Ein Hingucker im Ort ist die katholische Filialkirche St. Rochus aus dem Jahr 1893. Der Sandsteinquaderbau mit neugotischen Formen hat ein Kirchenschiff mit vier Fensterachsen. Auf den Wandpilastern im Kreuzgewölbe sind Rippen und Gurtbögen aufgemalt. Der Altar ist ein Beispiel für neugotische Schnitzkunst.

Folgt man der Jossa abwärts nach Poppenrod, passiert man nahe der Hauptstraße die als Schlingenkapelle bekannte Wallfahrtskapelle St. Maria, die vor rund 300 Jahren fertiggestellt wurde. Zu Mariä Himmelfahrt finden dort Prozessionen statt. Eine bildstockähnliche Heiligenstelle, zu dem die Bewohner in Zeiten der Not die Hilfe der Gottesmutter erbaten, stand zuvor an dem Ort. Die Spenden des Opferstockes reichten, um 1650 die kleine Kapelle zu bauen. Interessanterweise wurde dort zehn Jahre später ein Geldverleih eingerichtet, der Kredite an Kleinbauern vergab. Der Erlös wurde genutzt, um die jetzige Schlingenkapelle zu bauen, in der Heiratswillige gerne ihre Trauung ausrichten.