Hessenweg 8 (Korbach - Wanfried)


Erstellt von: WVH
Streckenlänge: 176 km
Gehzeit o. Pause: 41 Std. 20 Min.
Höhenmeter ca. ↑3088m  ↓2952m
Hessenweg 8 Korbach Wanfried

Der achte Hessenweg beginnt in Hessens einziger Hansestadt Korbach im Waldecker Land. Von hier geht es über das Heilbäderzentrum Bad Wildungen in die Dom- und Kaiserstadt Fritzlar, wo Bonifatius einst die Donareiche fällte. Durchs Stölzinger Gebirge leitet die Trasse schließlich nach Wanfried im Werratal an der Landesgrenze zu Thüringen.

Die West-Ost-Wanderung durch Hessen startet am Bahnhof in Korbach. Ab hier wandern wir zunächst durch die Altstadt vorbei an der gotischen Nikolaikirche (15. Jahrhundert) mit sehenswertem Alabaster-Wandgrab für den Waldecker Fürsten Georg Friedrich.

Der Hessenweg verlässt die Altstadt von Korbach und steuert Goldhausen am Eisenberg (562m) an. Die Spitze des Eisenbergs wird vom Gustav-Victor-Turm gekrönt, von dem man einen guten Blick über das Waldecker Land und ins benachbarte Sauerland genießt. Um den Aussichtsturm zu erreichen, muss man allerdings den Hessenweg kurz verlassen und hinauf zum Gipfel des Eisenbergs wandern.

Der Hessenweg orientiert sich ab Goldhausen südlich und nimmt Kurs auf das Orketal. Die Orke ist ein 38km langes Flüsschen, das im Sauerland bei Küstelberg entspringt. Der Hessenweg folgt ab Dalwigksthal der Orke bis nach Ederbringhausen zur Mündung in die Eder.

Bei Ederbringhausen passiert der Hessenweg die Bundesstraße B 252 nach Frankenberg und führt in südöstliche Richtung nach Frankenau, einem der Tore zum Nationalpark Kellerwald-Edersee, dessen Buchenwälder seit 2011 als dritte Landschaft in Deutschland von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurde.

Durch den Kellerwald leitet der Hessenweg 8 ins hessische Staatsbad Bad Wildungen. Wir wandern zwischen Kurpark und Altstadt durchs Zentrum in den Königsquellenpark mit schöner Sicht auf das barocke Schloss Friedrichstein. Die Wurzeln von Schloss Friedrichstein liegen in einer Burg, die bereits 1200 gegründet wurde. Heute dient Schloss Friedrichstein u.a. als Außenstelle des Hessischen Landesmuseums.

Durch ein schönes Waldgebiet führt der Hessenweg 8 weiter nach Fritzlar. In Fritzlar begann mit dem Fällen der Donareiche durch Bonifatius um 723 die Missionierung Mittel- und Norddeutschlands. Diesem Umstand entsprechend großzügig fällt auch die Kirche in Fritzlar aus. Die evangelische Stadtpfarrkirche St. Peter wurde von Bonifatius selbst begründet, wobei das heutige Bauwerk auf das 11. Jahrhundert zurückgeht und seine wesentlichen Züge im 19. Jahrhundert erhielt.

Hinter Fritzlar quert der Hessenweg 8 die Autobahn A 49 und erreicht später die Dreiburgenstadt Felsberg in der Schwalm. Man passiert die Eder, später die Autobahn A 7 und kommt dann nach Melsungen an der Fulda, mit einer mittelalterlichen Fachwerkaltstadt und dem schmucken Rathaus von 1560.

Der Hessenweg 8 lässt die Fulda hinter sich und führt über Spangenberg mit seinem sehenswerten Schloss durchs Stölzinger Gebirge Richtung Werratal, das bei Wanfried – dem Ziel der Reise – erreicht ist.

Wanfried war im 17. Jahrhundert eine wichtige Handelsstadt und noch heute zeigt sich der Glanz alter Zeiten an prachtvollen Fachwerkfassaden. Empfehlenswert ist am Ende der Wanderung noch einen Ausflug zur Plesse (480m) im Osten von Wanfried zu machen. Über den Höhenrücken, der von einer steil abfallenden Felswand geprägt ist, verlief die innerdeutsche Grenze und vom Plesseturm hat man eine gute Sicht auf das Grüne Band – den ehemaligen Verlauf des Eisernen Vorhangs zwischen NATO und Warschauer Pakt.


Bildnachweis (attribution,via Wikimedia Commons): 1 by Peter Kaboldy; 2 by Helmlechner; 3 byAsio otus; 4 by Dirk Schmidt [CC-BY-SA-3.0]

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