Heilberscheid

Eingerahmt vom Isselbach im Osten und dem Gelbach im Westen liegt Heilberscheid. Der mundartlich Bersched genannte Ort entstand wohl an der wasserreichen Stelle „Unterm Dorf“, wo heute noch eine alte Linde und der in seiner Art einzigartige, bruchsteingemauerte Brandweiher stehen.

Am Ostrand des Dorfes am ehemaligen Basaltsteinbruch Hettenstein befindet sich die Anfang 1954 fertiggestellte Mariengrotte. Hier ist ein Modell der 1889-91 erbauten Marienkapelle zu sehen, die ursprünglich beim Brandweiher im früheren Dorfzentrum stand.

Die heutige Ortsmitte ist die 1846 erbaute Dorfschule am Schleimersplatz. Seit 1988 dient sie als Dorfgemeinschaftshaus. Von hier starten einige Wanderwege in die Umgebung, die mit dem Kennbuchstaben H ausgewiesen sind. So führt der H4-Weg etwa auf eine 8,5km lange Hangwanderung durchs Isselbachtal zur Wüstung Oberisselbach.

Eine zweite Wüstung, die heute zu Heilberscheid gehört, findet sich im Gelbachtal. Das Dorf Sespenroth wurde 1853 von seinen rund siebzig Bewohnern an Heilberscheid verkauft. Der Preis deckte die Kosten für die Überfahrttickets in die Vereinigten Staaten von Amerika. Am 23. März 1853 brachen die Familien in Sespenroth auf und gründeten eine neue Existenz in Milwaukee und Wisconsin. Heute führt die Wanderung H2 ab dem Dorfplatz Heilberscheid über 6km zur Wüstung Sespenroth.

Nicht auslassen sollte man auch einen Marsch zum Eichheider Berg (323m) im Norden von Heilberscheid. Hier hat man einen guten Rundblick über die Montabaurer Senke, das Gelbachtal und das Eisenbachtal. Weitere Wandermöglichkeiten gibt es am Walking-Treff oberhalb der Grillhütte an der Waldstraße. Vier farbig markierte Rundkurse zwischen 4,5km und 14,5km Länge führen ins Isselbachtal, ins Gelbachtal und um den Eichheider Berg.