Hagen (Sundern)


Folgt man der Sorpe von ihrer Quelle am Schomberg (648m) erreicht man bald den Sunderner Ortsteil Hagen. Er hat für das Sauerland eine sehr unübliche Form, die Form des Straßendorfs. Die Erklärung dafür ist aber einfach. 1817 vernichtete ein großer Brand den Ort fast vollständig. Als er wieder aufgebaut wurde, entstand er entlang der damals vorhandenen Chaussee zwischen Arnsberg und Frankfurt und bildete dabei seine charakteristische Form aus.

Eines der wenigen Gebäude, die den Brand überstanden, ist die katholische Pfarrkirche St. Nikolaus aus dem 13. Jahrhundert. Es gibt zwar einen modernen Anbau, doch der romanische Kirchenbau blieb weitgehend erhalten. Im späten 19. Jahrhundert hatte man Veränderungen an der Kirche vorgenommen, die im Zuge des Anbaus wieder rückgängig gemacht wurden. Allerdings war nicht immer zu klären, wie die Gestaltung ursprünglich ausgesehen hatte. Darum nahm man bei den Sockel- und Kämpferprofilen der Kreuzpfeiler Anleihen bei der Deifelder Pfarrkirche.

Während der Arbeiten konnte man auch spätromanische Ausmalungen freilegen, die restauriert und teilweise ergänzt wurden. Interessant im Inneren der Kirche sind das gotische Sakramentshäuschen und die etwas jüngere Gottesmutter, die eigentlich eine Hälfte einer Doppelmadonna ist. Außerdem ein Relief der Szene auf dem Ölberg, das etwa 1520 entstand und von der Dürerschen Passion von 1508 inspiriert ist.

Dass rund um Sundern der Bergbau seit dem Mittelalter eine wichtige Rolle spielte, kann man im kleinen Bergbaumuseum Hagen erfahren. Allein auf dem Gebiet von Hagen und Wildewiese sind rund dreißig Erzgruben nachgewiesen. Ursprünglich diente das Museumsgebäude als Kuhstall, erst im Jahr 2000 eröffnete die Ausstellung, die über den heimischen Bergbau informiert. Schwerpunkte bei den Exponaten bilden alte Werkzeuge der Bergleute, das sogenannte Bergbaugezähe, von denen die Sammlung über 200 Originalstücke verfügt. 2003 wurde die Sammlung ergänzt um rund 550 verschiedene Erze und Mineralien. Die meisten davon stammen auch tatsächlich aus den Gruben der Region. Rund 80qm Ausstellungsfläche stehen dem kleinen Bergbaumuseum zur Verfügung, daneben sind Führungen in alten Stollen möglich.


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