Hagen-Priorei

Folgt man von der Kernstadt Hagen aus der Volme talaufwärts in Richtung Süden bis an die Grenze zum Märkischen Kreis, dann durchquert man dabei die kleine Ortschaft Priorei am Fuß des Heitnocken (266m). Beim Ortsnamen Priorei denkt man unwillkürlich an ein Kloster und hält Ausschau nach einer entsprechenden Besichtigungsmöglichkeit. Doch der erste Eindruck trügt, ein Kloster hat es an dieser Stelle nie gegeben.

Wohl aber deutet der Name darauf hin, dass es hier schon sehr früh einen Platz gegeben haben muss, an dem die Menschen sich versammelten, um Gericht zu halten. Solche Versammlungen fanden häufig unter markanten Bäumen statt, zum Beispiel unter Linden. Und vielleicht ist es ja tatsächlich die rund 1.000 jährige Priorlinde, unter der schon im Mittelalter Prozesse stattfanden. 7,5m Umfang hat der kurze Stamm, bis in eine Höhe von 25m ragen die Äste in die Luft, und ebenso groß ist ungefähr der Kronendurchmesser des eindrucksvollen alten Baums.

Rund zwei Kilometer die Volme bergauf trifft man auf den Ort Rummenohl. Er war zusammen mit Priorei 1970 der Stadt Breckerfeld im Ennepe-Ruhr-Tal zugeschlagen worden, aber schon fünf Jahre später wurden die beiden Orte zusammen mit Dahl in die Großstadt Hagen eingemeindet. Der Ort liegt an der Mündung der knapp 8km langen Sterbecke in die Volme, wo die Höhenzüge von Langscheid (333m) und Rehagen (316m) durch das Sterbecketal geteilt werden.

Rummenohl ist seit alters her ein Gewerbe- und Industriestandort. Und auch schon früh wurde die Wasserkraft der Volme genutzt. Zum Beispiel für eine Schmiede und eine Kornmühle, die am Nordende des Ortes zu finden sind. Seit 1824 hatte die Kornmühle hier in einem verputzten Bruchsteinhaus ihren Dienst getan und wurde erst 1952 stillgelegt. Direkt daneben befand sich die alte Pfannenschmiede in einem Fachwerk-Doppelhaus. Beide Gebäude sind inzwischen zu Wohnhäusern umgebaut worden.