Hölle von Rockenberg

Na, was platscht denn da? Kann doch gar nicht sein, oder doch? Ein seltenes Reptil hat sich just von einer schwimmenden Baumstamminsel ins Nass gleiten lassen. In einen kleinen See, der zum Naturschutzgebiet Hölle von Rockenberg zählt. Im August 2000 wurden hier Sumpfschildkröten ausgewildert. Die Hölle liegt nördlich von Rockenberg, nahe des ehemaligen Klosters, der heutigen JVA – quasi Himmel und Hölle Tür an Tür sozusagen, am Münzenberger Rücken.

1994 wurde die ehemalige Sandabbaufläche zum Naturschutzgebiet ausgewiesen und ist eines der vielseitigsten in der Wetterau. 13ha misst die Hölle von Rockenberg, auf der verschiedene Pflanzen, Silikatmagerrasen, Heidegesellschaften und Tierarten ihr Zuhause gefunden haben. Seltene Pflanzen, wie Bergsandglöckchen, Filzkraut, Silbergras und Nelke bevorzugen trockene Untergründe und den Magerrasen.

Die Pflege des hier vorkommenden Mager- und Heiderasens soll durch schonende Schafhütung geschehen. Weiterhin werden die Wasserflächen des Areals zu heimeligen Flachwassersümpfen, so dass sich unter anderem die vom Aussterben bedrohte Sumpfschildkröte herrlich wohl fühlt in dem flachen Gewässer, dass sich leicht erwärmt, Nahrung und Schutz bietet. Sumpfschildkröten können bis zu achtzig Jahre alt werden. Da heißt es schon: Augen auf beim Inselkauf! Selbst die Graureiher genießen den kleinen See nahe der Sandsteinwand und kommen hier mit ihren Jungen „kuscheln“.

In der Rockenberger Hölle fand man die bekannten Rockenberger Sandrosen, die Millionen Jahre alt sind. Im Sandrosenmuseum im Büdinger Untertor gibt es davon und von den unterschiedlichen Sandarten einiges zu sehen. Unter dem Sand und unter anderen Schichten, die von Geologen auf Anhieb fehlerfrei ausgesprochen und geschrieben werden können, fand sich vor einigen Jahren ein Unterkiefer der Höhlenlöwin von Rockenberg, der rund 120.000 Jahre nichts zu beißen hatte. Der Zahn eines Mammuts, das in der letzten Eiszeit noch da war, Höhlenbären, Höhlenhyänen, Wollnashörner, von ihnen und anderen wurden Spuren in der Hölle gefunden.

Westlich der Hölle von Rockenberg und östlich der Wetter in der Gemarkung Rockenberg und Griedel im Butzbacher Becken, liegt ein noch größeres und älteres Naturschutzgebiet, die Klosterwiesen. 1983 unter Naturschutz gestellt, 41ha groß. Eine einmalig zusammenhängende Fläche von Schilf und Auwald und kleinen Gewässern in der gesamten Wetterau. Das Gebiet wird gerne von allerlei Getier, zu Land zu Wasser und in der Luft frequentiert - als Dauergäste und Durchreisende.

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