Rockenberg

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Zwischen Münzenberg und Butzbach liegt Rockenberg, das u.a. bekannt ist wegen der Hölle von Rockenberg genannten Sandgrube und der Burg Rockenberg. Auf einer Anhöhe gruppiert sich der Ort rund um die St. Gallus Kirche und das Marienschloss. Das Marienschloss war einst ein Zisterzienserinnen-Kloster mit seiner Kirche und wurde um 1338 als Abtei von Ritter Johannes von Bellersheim genannt Rockenberg und seiner Frau gegründet. Hier lebten die Ordensfrauen 465 Jahre lang, bis das Kloster 1803 während der Säkularisation aufgelöst wurde.

Die ehemalige Klosteranlage wurde 1811 Zucht- und Besserungsanstalt. 1939 wurde daraus ein Jugendgefängnis für männliche Jugendliche, heute nennt man es JVA Rockenberg. Die Jugendlichen wohnen in Einzelzellen in Wohngruppen. Es gibt Ausbildungsstätten und auch einen Sportplatz. Was es allerdings auch gibt, ist ein Stacheldraht über den dicken Klostermauern. Selbstredend kann das Marienschloss nicht jederzeit besichtigt werden - von außen, ja, das muss reichen.

Nahe der Klosteranlage befindet sich eine kleine steinerne Kirche. Der Bau der evangelischen Kirche geht in die Entstehungszeit des frühen 17. Jahrhunderts zurück. Weitaus größer und das Ortsbild prägend ist die katholische Kirche St. Gallus, wiedererrichtet 1754 mit einem mittelalterlichen Turm, der darauf hinweist, dass es sich um eine Wehrkirche gehandelt haben könnte. Rund um den Spitzhelm sind vier Wichhäuschen angeordnet. Nahezu von jedem Haus im Dorf kann die Kirche gesehen werden.

Das Kircheninnere fasziniert durch seine Ausstattung im Altarraum und den zahlreichen Heiligenfiguren. Der Hauptaltar stellt eine Kreuzigungsszene dar, flankiert von Johannes Nepomuk, Johannes der Täufer, Benedikt und Erzengel Michael. Die Marienfigur im linken Altar wird begleitet von Katharina und Agnes. Gegenüber steht Sebastian mit Pfeilen, Petrus und Paulus als Begleiter. Im hinteren Teil des Chores steht die Orgel auf einer Empore, auch sie ist mit Heiligen umgeben.

Interessant an der Galluskirche - und womöglich bekäme man heute dafür keine Baugenehmigung mehr - sind die Erweiterungen des Hauptschiffes links und rechts mit modernen Anbauten, die mit Buntglasfenstern des Mainzer Künstlers Peter Paul Etz versehen wurden. Die Mosaike der Fenster, die 1967 dort eingelassen wurden, zeigen Geschichten und Gleichnisse aus der Bibel.

Der Rockenberger Ortsteil Oppershofen glänzt mit einem hessisch-fränkischem Fachwerkbau, dem Rathaus, mit Steinsockel und Erker, den eine Bischofsfigur ziert, über der Treppe aus dem frühen 18. Jahrhundert, der katholischen Kirche St. Laurentius, und der im Jahre 2012 sehr liebevoll restaurierten St. Anna Kapelle, deren Grundstein 1842 gelegt wurde. Das Chorgemälde, das die heilige Anna mit ihrer Tochter Maria zeigt, entstand 2011.