Grüningen (Pohlheim)

Grüningen liegt auf dem Gießener Landrücken, über den einst der römische Grenzwall Limes führte, der seit 2005 als UNESCO Weltkulturerbe geschützt ist. Später kreuzten sich in Grüningen zwei alte Handelsstraßen, so dass es nicht wundert, dass Grüningen bereits im 14. Jahrhundert Stadtrechte erhielt.

Eine Stadt muss gesichert werden, und dafür gab es die Burg Grüningen. Die Burg Grüningen wurde vermutlich zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert als Wasserburg konstruiert. Es handelt sich um den Burgentyp einer Niederungsburg. Die erste urkundliche Erwähnung geht auf Ende des 14. Jahrhunderts zurück. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Burg geplündert und zerstört. Erst 1983 begann eine groß angelegte Restaurierung der Burgruine.

Die Burg Grüningen besteht heute aus zwei Kellergewölben und einem nordwestlichen Turm, der als Aussichtsplattform dient. Unweit der Burgruine Grüningen befindet sich der Diebsturm und noch einige wenige Stücke der alten Stadtmauer, die zur Befestigungsanlage gehörten. Neben der Funktion der Diebstürme als Gefängnis dienten diese auch zur Abwehr äußerer Feinde und wurden so als Teil der Stadtmauer integriert.

Verlässt man Grüningen nach Westen, sieht man die Grüninger Warte: der Stumpf einer 1713 erbauten Windmühle. Die Windmühle wurde bis 1794 betrieben und verfiel danach. In den 1960er Jahren wurde sie restauriert. Über eine Innentreppe gelangt man zum oberen Stockwerk des Turms, von dem aus man eine sehr gute Fernsicht über Taunus, Wetterau, Vogelsberg und das Gießener Becken bietet. Am Fuße der Grüninger Warte befindet sich ein öffentlicher Grillplatz

Noch weiter westlich und ein kleines Stück nach Süden und man trifft auf das Kleinkastell Holzheimer Unterwald. In den 1990er Jahren wurden die Grundmauern des Kastells restauriert und zusätzlich die Innengebäude durch Holzbalken kenntlich gemacht. Außerdem ist der mehrere Meter tiefe Brunnen wieder ausgegraben und verschalt worden. Die Grabungen erbrachten erstmals ausführliche Auskunft über das Kastell, das vorher nie weitergehend untersucht worden war. Im Inneren wurden dabei insgesamt 35 römische Münzen geborgen, deren Prägedaten von 69 bis 176 n.Chr. reichen.