Giebringhausen

Zwischen Nenstenberg (461m) und Wenstenberg (523m) fließt die Diemel von Süden nach Norden hindurch, dann wird aus ihr der Diemelstausee. Kurz zuvor war sie noch durch den Diemelseer Ortsteil Giebringhausen geflossen, der sich seinerseits zwischen Burhagen (495m), Bertenberg (446m) und Vonstenberg (481m) erstreckt. Nur auf ihren Gipfeln sind die Hänge bewaldet, ansonsten ist die Landschaft eher durch offene Felder und Wiesen geprägt.

1168 taucht Giebringhausen erstmals in alten Urkunden auf, und es ist bekannt, dass im 16. Jahrhundert im Tagebau Eisen abgebaut wurde. Bekannt wurde der Ort allerdings für seine Marmorbrüche, die vom 17. bis zum 19. Jahrhundert schwarzen Marmor lieferten. In Sudeck, ebenfalls ein Ortsteil der Gemeinde Diemelsee, stand bis 1790 das Jagdschloss Carlsruh, das aus eben diesem Marmor gebaut worden war. Leider existiert es heute nicht mehr.

Aus dem Jahr 1530 stammt die Giebringhäuser Mühle, sie ist zum Glück heute noch erhalten. Das Wasser der Diemel trieb die Getreidemühle über die Jahrhunderte zuverlässig an, erst 1952 ersetzte man das Mühlrad durch eine moderne Turbine.

Eine eigene Kirche erhielt Giebringhausen erst vergleichsweise spät. Für 1542 ist eine erste Kapelle belegt, die heutige evangelische Kirche stammt aus dem Jahr 1841. Sie wurde mehrfach umgebaut und erweitert und ist vor allem wegen eines modernen Freskos interessant. Hinter dem Altar ist es seit 2002 zu sehen, gestaltet vom Künstler Dieter Blum aus Bad Arolsen nach dem Motiv des Psalms 23 "Der Herr ist mein Hirte".