Gelsdorf (Grafschaft)

An der Grenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, direkt am Autobahnkreuz Meckenheim, wo sich die Autobahnen A 61 und A 565 treffen, liegt Gelsdorf, das erstmalig 849 dem Kloster Prüm als Ackerland in der Eifel geschenkt wurde. Wenngleich das Ackern nicht mehr Haupterwerbszweig der rund 1.400 Gelsdorfer ist, feiern sie am letzten Oktoberwochenende die Tage der offenen Höfe und Betriebe.

So finden sich in Gelsdorf auch noch drei Hofanlagen aus Fachwerk aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Die katholische Pfarrkirche St. Walburgis ist ein Saalbau, entstanden 1738. Der Westturm stammt aus dem Jahr 1718 und die Sakristei wurde 1888 angebaut. Die Kirche mit dem alten Friedhof ist ebenfalls denkmalgeschützt.

Würde man Gelsdorf überfliegen, fiele das Schloss Gelsdorf gleich ins Auge. Die große Anlage mit einem Haupthaus und der dreiseitig geschlossenen Bebauung um einen Innenhof macht was her. Das Anwesen ist in privaten Besitz und wird für Wohnzwecke vermietet. Ursprung des Schlosses was ein Herrensitz, der 1766 durch Konstantin von Guben an der Stelle einer Burg aus dem 13. Jahrhundert errichtet wurde. Aus der Burgenzeit findet sich im Gartengeschoss noch ein Gewölbe und eine romanische Säule. Erst zwischen 1980 und 1990 erhielt das Anwesen eine gründliche Renovierung und wurde wieder belebt.

Südlich von Gelsdorf im Gewerbegebiet wird es streng geheim. Ein großer Arbeitgeber hat sich hier mit einer Kommandozentrale niedergelassen. Die Rede ist von der Philipp-Freiherr-von-Boeselager-Kaserne, die rund 700 Menschen den Erwerb sichert, hinter etlichen Toren und Türen. 200 Millionen Mark wurden hier in den 1990er Jahren vergraben. Der 5.000qm große Kommandobunker liegt 36m tief in der Eifelerde. Der Erdaushub fand mit dem Spitznamen Cheops-Pyramide Niederschlag in den Akten des Bundesverteidigungsministeriums. Die Philipp-Freiherr-von-Boeselager-Kaserne trat die Nachfolge des Amtes für Nachrichtenwesen in Bad Neuenahr-Ahrweiler an.

Das Kommando Strategische Aufklärung arbeitet seit 2002 in Gelsdorf. Es findet hier die Zusammenführung aus den verschiedenen Teilstreitkräften statt. Da fließen Informationen der „Fernmelde- und Elektronischen Aufklärung“, die des „Elektronischen Kampfes des Heeres“ und der „Satellitengestützten abbildenden Aufklärung“ in einen Pool. In dem Pool, dem Loch einst, wo der Bunker reingebaut wurde, fand man seinerzeit neben Legenden, ganz aktiv Schwarzarbeiter und Asylbewerber ohne Arbeitserlaubnis. Auch so eine Geschichte...