Gönser Mark

Die auf durchschnittlich 250m gelegene Wetterau ist in Hessen bekannt für ihre Fruchtbarkeit, insbesondere für die Obstwiesen, die die Basisprodukte für das hessische Nationalgetränk, den Apfelwein, liefern. Im Norden dieser Auenlandschaft liegt das Butzbacher Becken, dessen nordwestlicher Zipfel wiederum von der Gönser Mark gebildet wird. Die große Gemarkung liegt am Schnittpunkt von Taunus, Gießener Becken und Wetterau. Namensgebend für die Gönser Mark ist der Gönsbach, ein rechter Nebenfluss des Kleebachs.

Der Gönsbach entspringt am Fuße des Heidelbeerbergs (385m), nordwestlich des Zentrums von Butzbach. Von dort fließt der Gönsbach nach Osten auf Pohl-Göns zu, wendet sich nördlich nach Kirch-Göns und Langgöns, das schon zum Hüttenberger Land zählt. Bei Großen-Linden mündet der Gönsbach in den Kleebach, einem Lahnzufluss.

Um 500, so die Geschichtsschreibung, wurde die Gönser Mark besiedelt. Die Gönser Mark findet erste Erwähnung im Jahr 777 und war im Mittelalter für den Handel von Bedeutung. Es gab eine Zollstation an der sie durchquerende Nord-Süd-Fernstraße, der sogenannten Weinstraße oder Wagenstraße, und eine Ost-West-Verbindung. In Kirch-Göns, dem kirchlichen Mittelpunkt der Mark, wurde kassiert.

Ältestes Gebäude in Kirch-Göns ist die evangelische Dorfkirche, einst dem heiligen Petrus geweiht. Sie befindet sich in vielen Teilen im romanischen Ursprungszustand und wurde um 1200 erbaut. Das Kirchenschiff ist einfach, mit einem rechteckigen Chor im Osten und einem stämmig wirkenden quadratischen Turm mit spitzem Pyramidendach im Westen.

Sehenswert sind die denkmalgeschützten Fachwerkbauten, wie das Pfarrhaus mit Krüppelwalmdach gegenüber der Kirche oder das schmucke Backhaus in der Kirchgasse. Es ist ein Beispiel des Übergangs im Fachwerkbau von der Rähmbauweise zur sparsameren Ständerbauweise, da hier durchgehende Ständer geschossübergreifend verbaut wurden. Das Backhaus hat zwei Öfen und hier findet nach wie vor das kulturelle Leben statt. Übrigens ist vielen Amerikanern der Ort bekannt, nicht wegen des german bread vermutlich, wohl eher aufgrund der Ayers-Kaserne, die sich in dem 1400 Seelen zählenden Ort befand.

Pohl-Göns liegt recht nah am Limes und hat wie Kirch-Göns rund 1.400 Einwohner. Pohl-Göns, damals Palgunsin genannt, hat seinen Namen dem Limes-Pfahlgraben zu verdanken.

Ebersgöns hat nichts mit dem Eber als solches zu tun, sondern ist das Dorf des Eberhards. Es liegt nordwestlich von Butzbach nahe des Heidelbeerbergs. Hübsche Fachwerkbauten hat der historische Ortskern zu bieten. Das liebevoll sanierte Backhaus wurde um 1684 gebaut und war ein Gemeinschaftshaus, mit einem Gemeindesaal im Obergeschoss, wo die Ratsherren tagten - unten wurde gebacken und nebenan meckerten die Ziegen im Gemeindestall und heute muss weiterhin darüber nachgedacht werden, wie das hübsche Häuschen zu erhalten ist.