Frickhofen

Südlich der Dornburg erreicht man mit Frickhofen den größten Ortsteil und Verwaltungssitz der Gemeinde Dornburg. Das alte Rathaus findet man hier leider nicht mehr, es ist abgetragen und im Hessenpark bei Neu-Anspach neu aufgebaut worden. Aber dafür lockt eine andere Sehenswürdigkeit, die St. Blasius Kapelle, eine der ältesten Kirchen des Westerwalds.

Die St. Blasius Kapelle ist auf dem Clesberg errichtet, der heute auch Blasiusberg genannt wird. Von der Kapelle aus soll – der Legende nach – ein unterirdischer Gang auf die Dornburg geführt haben, durch den einst die Raubritter von Ellar in die Stadt eindrangen. Die unter Naturschutz stehende Bergkuppe mit der Kapelle eröffnet einen sehr guten Blick in den Elbbachgrund.

Bevor die Kapelle ab 630 dem heiligen Michael geweiht wurde befand sich an gleiche Stelle möglicherweise eine heidnische Kultstätte. Darauf lässt ein gefundener Fels schließen, in den eine Rinne und mehrere runde Vertiefungen eingemeißelt sind. Der könnte als Opferstein gedient haben. Die Kapelle bildete früher den Mittelpunkt der katholischen Pfarrei von Frickhofen, einem weiträumigen Kirchspiel, mit sieben Siedlungen. In früheren Zeiten befand sich nördlich der Kirche eine befestigte Schutzwallanlage, die Alte Burg genannt wird.

Ab 1869 erfolgte ein Umbau der Blasiuskapelle, der einer romanischen Pfeilerbasilika nachempfunden wurde, und der Kirche ihre heutige Gestalt gab. Der Chorraum ist die einzige größere Bausubstanz, die noch von der alten Kapelle stammt. Zur Innenausstattung gehören ein Hochaltar aus der Zeit um 1650 und ein barocker Marienaltar aus dem frühen 18. Jahrhundert. Am 29. September 2008 wurde die Kapelle von selbsternannten Heiden verwüstet, ist mittlerweile aber wieder renoviert.