Freienohl

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Wo das Arnsberger Stadtgebiet ruhraufwärts ins Mescheder Stadtgebiet übergeht, liegt Freienohl an einer markanten Doppelschleife der Ruhr, die Freienohl in zwei Teile trennt. Im oberen Teil – ruhrabwärts Richtung Oeventrop – gruppiert sich rund um die Pfarrkirche St. Nikolaus das Zentrum von Freienohl. Die Nikolauskirche ist ein relativ schlichter, einschiffiger Bau, der 1753 seinen Vorgänger ablöste.

Dass die St. Nikolaus Kirche im Barock entstand, zeigt deutlich das charakteristische Pilasterportal. Erst über hundert Jahre später, im Jahr 1886, kamen die beiden Kreuzarme und das östliche Joch mit dem Chorraum hinzu. Ein wichtiges Stück der Ausstattung ist die Pietà aus Eichenholz, die Mitte des 17. Jahrhunderts entstand und aus der Vorgängerkirche übernommen wurde.

In den 1950er Jahren gestaltete man das Freienohler Zentrum neu. Wo bisher die Bauten eines Hofes standen, entstand nun ein Parkplatz. Dabei entdeckte man einen alten Brunnen, der mit einer Platte abgedeckt und trocken war. Weil nun aber ein großer Parkplatz im Ortskern wenig attraktiv ist, machte man aus dem Parkplatz 1988 einen Marktplatz. Im Zuge dessen wurde der alte Brunnen per Wasserleitung wiederbelebt und als Marktplatzbrunnen komplett neu gestaltet.

Heute findet man dort Tierfiguren aus Bronze des Künstlers Bonifatius Stirnberg. Seine Tierfiguren sind in vielen städtischen Brunnen in ganz Deutschland aber auch im Ausland zu sehen. Hier in Freienohl haben sie sozusagen ihre Heimat, denn Stirnberg war gebürtiger Freienohler, der später in Aachen und Düsseldorf unter anderem bei Beuys studierte.

Sehenswert ist das alte Amtshaus Freienohl, ein hübscher zweistöckiger Bau aus dem Jahr 1878, der ursprünglich als Schule diente. Damals hatte man noch nicht wie heute mit zurückgehenden Schülerzahlen zu kämpfen, eher im Gegenteil: Nach nur zwölf Jahren war das Schulgebäude zu klein geworden. So wurde es zum Amtssitz für das Amt Freienohl, woher der heutige Name rührt. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde es gründlich renoviert und beherbergt heute das Stadtarchiv der Stadt Meschede und eine Außenstelle der Stadtverwaltung.

150 Jahre alt waren die Eichen, die in den 1960er Jahren oberhalb der Bergmecke im Westen Freienohls abgeholzt werden sollten. Eigentlich kein Alter für Eichen, die gut und gerne über tausend Jahre alt werden können. Dieser Meinung waren auch einige Freienohler Bürger, die sich erfolgreich dafür einsetzten, dass nicht alle Eichen abgeschlagen wurden. Sieben blieben stehen, sind heute rund 200 Jahre alt und überschauen von hier oben den Ort. Die Sieben Aufrechten werden sie genannt.

Nicht weit entfernt nordwestlich von Freienohl liegt das kleine Naturschutzgebiet Hudeeichen. Fast wie ein Park wirkt die große Wiesenfläche mit den solitär stehenden alten Eichen. Der flach ansteigende Hang ist zudem von kleinen Bachläufen durchzogen, wodurch sich die typische Vegetation von Magergrünland und Nassweiden entwickeln kann. Eine Besonderheit ist das Gefleckte Knabenkraut, das hier in einer großen Anzahl blüht. Zu den selten gewordenen Tierarten, die hier leben, gehören Baumpieper und Neuntöter.

Einen charmanten Weihnachtsmarkt veranstalten die Schützenbrüder der Zweiten Kompanie am ersten Adventssamstag auf dem Kompanieplatz am Waldrand unterhalb des Küppels. An über zwanzig Ständen gibt's auf dem Freienohler Weihnachtsmarkt passende Weihnachtsgeschenke und natürlich auch was für den Magen. Wem es draußen zu kalt ist, der kann sich in der Kompanie-Festhalle aufwärmen.

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