Europäischer Fernwanderweg E1 Etappe Marsberg - Adorf


Erstellt von: SGV
Streckenlänge: 19 km
Gehzeit o. Pause: 4 Std. 53 Min.
Höhenmeter ca. ↑582m  ↓518m
Europäischer Fernwanderweg E1 Sauerland

Startpunkt für den Europäischen Fernwanderweg E1 ist der Bahnhof in Niedermarsberg. Hier übergeben die Hermannshöhen das Zepter an den Kaiser-Otto-Weg (X16), der nun als Pate den E1 südwärts führt. Man passiert die katholische Propsteikirche St. Magnus, eine neugotische Hallenkirche, die 1853-56 erbaut wurde und eine ältere Kirche ersetzte, deren Grundstein bereits im 11. Jahrhundert gesetzt wurde.

Von Niedermarsberg leitet der E1 hinauf nach Obermarsberg. Hier verlief im 8. Jahrhundert die Grenze zwischen Franken und Sachsen. Die Sachsen hatten in Obermarsberg eine große Burg, die Eresburg, errichtet, auf der sich wahrscheinlich ihr größtes Heiligtum befand, die sogenannte Irminsul. Karl der Große schlug 772 in Obermarsberg die Sachsen, nahm die Eresburg ein und zerstörte die Irminsul.

Später – 784 – überwinterte Karl der Große auf der Eresburg und wies an, am Standort der Irminsul ein Kloster und eine Kirche zu errichten. Während aus der Eresburg der Ort Obermarsberg wurde, ist von der Stiftskirche und dem Kloster Obermarsberg heute noch einiges zu sehen. Die Stiftskirche in ihrer heutigen Optik entstand im 13. Jahrhundert. Die Krypta unter dem erhöhten Chor aus dem Jahr 1290 trägt auch den Namen Heidenkeller: Hier vermuteten die Menschen den Standort des heidnischen Heiligtums Irminsul.

Die übrigen Gebäude des Klosters Obermarsberg, die heute noch sichtbar sind, entstanden Ende des 17. Jahrhunderts unter Propst Ferdinand von Metternich, nachdem das Kloster zuvor fast komplett durch hessische Truppen zerstört worden war. 1671 war der Wiederaufbau der schlichten Gebäude abgeschlossen. 1805 wurde das Kloster schließlich säkularisiert und teilweise umgebaut. Pastorat und Pfarrheim befinden sich heute in einem Teil der Gebäude, die übrigen werden privat genutzt.

Über den Kalvarienberg (373m) verlässt der Europäische Fernwanderweg E1 Obermarsberg und leitet südwärts nach Giershagen. Bevor man den Ort erreicht, kommt man an der Kluskapelle vorbei. Die Kluskapelle stammt im Kern aus dem 12. Jahrhundert. 1682 war der schlichte Saalbau mit dem Westturm um ein gewölbtes Joch und einen polygonalen Chorschluss erweitert worden. In diesem Chor steht auch der Altar, für den die Kluskapelle unter Kunstliebhabern bekannt ist, gehauen aus Alabaster und Kalkstein.

Der Altar stammt aus der Giershagener Werkstatt Papen, der zahlreiche sakrale Kunstwerke in der Region zugerechnet werden. Selbst im Paderborner Dom, der Stiftskirche Neuenheerse oder im Kloster Himmelpforten sind Stücke aus der Papen-Werkstatt im flämischen Barockstil zu finden. Sie war zu ihrer Zeit eine der führenden und auch eine der produktivsten Werkstätten in Westfalen und im nordhessisch-waldeckischen Raum.

Das letzte Wegstück leitet nun nach Adorf in der hessischen Gemeinde Diemelsee. Die Etappe endet an der romanischen Basilika St. Johannis. Über die genaue Erbauungszeit der einstigen Wehrkirche ist man unsicher und vermutet das späte 12. Jahrhundert.

Auf dem Europäischen Fernwanderweg E1 durchs Sauerland


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