Essen-Fischlaken

Der Essener Stadtteil Fischlaken hat eine lange Geschichte. Schon 30.000 Jahre vor unserer Zeit siedelten hier wohl Menschen und mit einer urkundlichen Nennung im 8. Jahrhundert, gilt Fischlaken als das älteste Dorf an der Ruhr.

Fischlaken ist ländlich geprägt, mit Waldflächen und Landwirtschaft. Etwas außerhalb des Ortskerns in Richtung Baldeneysee ist die Straße Fischlaker Höfe. An dieser befinden sich einige denkmalgeschützte Fachwerkbauten. Sie entstanden Ende des 17. bis 19. Jahrhunderts, sind meist zweigeschossig unter einem Satteldach und zum Teil verputzt oder zeigen sich mit einem verschieferten Giebel.

Dort wo der Hesperbach in den Baldeneysee mündet steht Haus Scheppen. Die Gräben des ehemals wasserumwehrten, adeligen Lehnshofs sind heute Bootsanleger. Der Lehnshof gehörte zur Abtei Werden. Den Namen Haus Scheppen hat der Hof aus dem 14. Jahrhundert, als die Herren von Scheppen hier das Ruder in der Hand hatten. Früher war der feste Hof eine geschlossene Vierflügelanlage aus Ruhrsandstein. Davon existieren Teile des nordwestlichen und südöstlichen Flügels und Reste des Nordostflügels mit dem Restaurant. Man sieht ein rundbogiges Hauptportal, das von zwei Ecktürmen flankiert wird, wobei der eine seine drei Geschosse noch hat. Die erhaltene Bausubstanz stammt mehrheitlich aus dem 17. Jahrhundert.

Der knapp 8km lange Hesperbach hat seine Quelle nördlich von Velbert im Stadtteil Langenhorst. Am Mittel- und Unterlauf des Hesperbachs, der als einer der ältesten industriell genutzten Bäche mit Mühlen- und Hammerwerken im Abbaugebiet der Ruhrkohle gilt, liegen etliche Wälder und Wiesen, die größtenteils als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen sind. Am Unterlauf sind einige Wanderwege und das Hespertal ist ein beliebtes Naherholungsgebiet. Man sieht seltene Vögel wie den Eisvogel oder die Wasseramsel.

Die Hespertalbahn entstand als Schmalspurbahn mit Pferdebetrieb und erschloss ab 1867 Erzgruben, auch die Zeche Pörtingsiepen, die von 1770-1973 in Betrieb war. Auf dem einstigen Zechengelände steht eine Ablenkseilscheibe des Förderturms zur Erinnerung. Ein Teil der Strecke wurde 1918 zur Normalspur ausgebaut. Doch 1973 war dann erstmal Schuss mit „Vorsicht an der Bahnsteigkante“. Ein Verein gründete sich zur Erhaltung und seit 1975 rattert eine Museumsbahn mit Dampflok und Diesellokomotiven über die Schienen, mit maximal 15km/h. Der Teil der Bahn von Haus Scheppen bis Hesperbrück wurde zum Wanderweg umfunktioniert.