Entenpfuhl (Wüstung Pferdsfeld)

Entenpfuhl ist ein Wohnplatz auf dem Gebiet des ehemaligen Orts Pferdsfeld. Pferdsfeld selbst wurde 1980 zugunsten eines Flugplatzes aufgegeben. In Entenpfuhl sitzt heute das Forstamt Soonwald. Die Forstverwaltung betreut rund 19.000ha Wald, hat einen Jagdbetrieb und ein Wildlädchen.

Das Gebäude des Alten Oberförsterei ist ein barocker Fachwerkbau auf massivem Untergeschoss. Das große Gebäude hat ein Krüppelwalmdach und grüne Schlagläden, die auch das Nebengebäude zieren. Von 1760-95 war die alte Oberförsterei Entenpfuhl Wohnsitz des Jägers aus Kurpfalz, der mit bürgerlichem Namen Friedrich Wilhelm Utsch hieß.

Der Jäger aus Kurpfalz kam 1732 in Rheinböllen zur Welt. Die Forstwirtschaft im Soonwald war kein leichtes Amt. Denn der Soonwald war „wilder Westen“ und wurde von Kühen, Schweinen und Köhlern nach Bedarf zugerichtet. Forstinspektor Utsch (1795 gestorben) schaffte es, alle Interessen unter einen Hut zu bringen und erhielt dafür 1913 posthum vom Kaiser Wilhelm II. ein Denkmal gesetzt. Der Kaiser war selbst bei der Enthüllung anwesend.

Das Denkmal für den Jäger aus Kurpfalz ist aus Kalkstein gehauen und steht auf der anderen Seite der Straße (also nicht direkt beim Forsthaus, sondern rund hundert Meter weiter Richtung Nordosten). Das bekannte Volkslied vom Jäger aus Kurpfalz erscheint heute wenig rühmlich für den Berufsstand und dem Herrn auf der Jagd. Denn im Lied kommen nicht nur Hirsch und Hase, sondern auch junge Mädels vors Rohr des Jägermannes. Kein Wunder, dass man meist nur die erste Strophe des Volkslieds trällert.

Auf dem Jäger-aus-Kurpfalz-Weg (11km) kann man den Staatsforst Entenpfuhl ab dem Denkmal für den Jäger aus Kurpfalz erkunden. Hinter dem Forsthaus trifft man auf den Entenpfuhler Gedichtepfad. Es geht auf geschottertem Untergrund in nördliche Richtung zum Soonwaldsteig. Man trifft im weiteren Verlauf auf den Sponheimer Weg, dem man in südlicher Richtung folgt. Nun bietet der Beate-Heinen-Sinnpfad Abwechslung auf einer Länge von rund 2km. 15 Nachgedacht-Grafiken der Künstlerin sind hier zu sehen.

Südlich vom Forsthaus Entenpfuhl erstreckt sich das Industriegebiet Pferdsfeld. Hier war bis 1997 der NATO-Flugplatz Pferdsfeld in Betrieb. Der Flugplatz wurde vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg genutzt, aber bereits von den Nazis angelegt. Die Lärmbelastung für die Anrainer wurde später so groß, dass ab 1978 mit der Räumung des Dorfs Pferdsfeld begonnen wurde.