Ensch

Das Rebenland Ensch in der Verbandsgemeinde Schweich an der Römischen Weinstraße liegt 20km moselabwärts von Trier und rund 30km vor Bernkastel-Kues. Die Weinkultur in Ensch ist über 2000 Jahre alt und Ensch wurde bereits erstmals 893 erwähnt. Bei Ausgrabungen wurden Reste einer römischen Villa mit Badeanlage entdeckt. Zu Ensch zählt auch der Wohnplatz Kahlbachmühle, der moselabwärts nahe der Einmündung des Kahlenbachs in die Mosel liegt.

Das Ortsbild von Ensch wird von der katholischen Pfarrkirche St. Martin geprägt, einem klassizistischen Saalbau aus den Jahren 1838-39. Von der Martinskirche führt ein Stationenweg entlang der acht Seligkeiten hinauf zum 4m hohen Kreuz auf dem Martinsberg, das aus rotem Sandstein errichtet wurde.

Nahe der Martinskirche in der Kirchstraße befindet sich eine weitere historisch bedeutsame Stätte, das Pauliner Hofgut. Das Stift St. Paulin in Trier war größter Grundherr in Ensch und besaß auch das Recht auf den Zehnt. Das Wohnhaus und die ehemalige Zehntscheune stammen aus dem 17. Jahrhundert.

Ensch hat ein Heimatmuseum in einem rund 400 Jahre alten Haus. Dort fanden etliche Gerätschaften Platz, die vom bäuerlichen Leben erzählen, wie vom Weinbau und der Wohnkultur. Im Steinofen wird zu besonderen Anlässen Brot gebacken, der Weinkeller beherbergt Kelterausstattung und in Hof und Remise finden auch größere historische Zeugen ihren Platz.

Der Dorfbrunnen steht im Zentrum von Ensch und ist noch relativ neu. Er wurde 1972 von einem Bildhauer gefertigt und zwar aus einem Torpfeiler des früheren Spritzenhauses, geziert mit Putten, die von einem Pfarrer gestiftet wurden, irgendwie niedlich.

Nicht niedlich, sondern sauer ist der Sauerbrunnen im Kautenbachtal, der sicher historisch betrachtet mit ein Grund ist, warum hier seit so vielen Jahren Menschen leben können. Noch heute ist dieser Brunnen Mittelpunkt einer Dorftradition der männlichen Jugend, die den Brunnen reinigen müssen, natürlich wird dabei Wein getrunken, zur Stärkung, und am nächsten Tag werden Eier „geheischt“ - sprich, von den Dorfbewohnern erbeten, für das leibliche Wohl. Früher wurden die Eier nur in den Häusern gesammelt, in denen junge, unverheiratete Frauen wohnten … nun ja, bei derzeit rund 500 Einwohnern und der allgemeinen Problematik des demographischen Wandels, wird man wohl weniger wählerisch sein, wenn der Hunger nagt.