Eifgenburg

Am linken Ufer des Eifgenbachs findet sich in Burscheider Gemarkung ein historisch interessantes Fleckchen: die Eifgenburg. Wahrscheinlich wurde die Eifgenburg im 10. Jahrhundert angelegt. Man ist sich bis heute unsicher über die Bedeutung der Ringwallanlage. Steinfundamente eines mächtigen Turmes und eines Gebäudes mit Scherben aus der Zeit der Grafen von Berg legen nahe, dass die Eifgenburg nicht nur eine Schutzburg für die Bevölkerung war, sondern möglicherweise auch der Sitz eines Adelsgeschlechts.

Die Eifgenburg ist heute kaum wahrnehmbar, was aber gut zu sehen ist, ist das romantische Eifgenbachtal, das auf 350ha als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Im Unterlauf ist das Eifgenbachtal ein steil in die umgebenden Hochflächen eingeschnittenes Kerbsohlental, das von dem bis zu 10m breiten Eifgenbach schlängelnd durchflossen wird. Streckenweise reicht der Eichen-Hainbuchen-Hangwald nahe an den Bach heran.

Man glaubt kaum, dass in diesem malerischen und abgeschiedenen Umfeld einst ein recht bedeutendes Industriewerk stand: der Bökershammer. Die Baugenehmigung für das Eisenwerk wurde im 17. Jahrhundert erteilt. 1709 ging die Produktion an den Unternehmer Clemens Böker, der direkt am Werk ein prächtiges Wohnhaus errichtete. Heute erinnern an den bereits vor 150 Jahren stillgelegten Bökershammer nur noch einige Mauerreste und zwei stattliche Eiben, die Böker in seinem Garten pflanzen ließ.

Bauwerke vergangener Tage kann man auch etwas flussaufwärts sehen. Hier wurde 1906 die Burscheider Talsperre angelegt, die allerdings nach Anlage der Großen Dhünntalsperre nicht mehr benötigt wurde. So verlandete die Burscheider Talsperre langsam und ist heute ein wichtiges Feuchtbiotop. Das Wehr, das jahrzehntelang die Fische hinderte, den Eifgenbach aufwärts zu wandern, wurde 2010 soweit zurückgebaut, dass jetzt wieder freier Zugang von der Nordsee bis zur Quelle des Eifgenbachs bei Wermelskirchen besteht.