Ederhöhenweg Etappe 9 Bergheim - Fritzlar


Erstellt von: tomtom
Streckenlänge: 16 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 51 Min.
Höhenmeter ca. ↑322m  ↓300m
Ederhöhenweg Fritzlar

Man sollte die neunte Tageswanderung auf dem Ederhöhenweg in aller Ruhe beginnen und zunächst einmal etwas Zeit in Bergheim investieren. Da ist zum einen das 1692 erbaute klassizistische Schloss Bergheim, das von einem englischen Landschaftspark umgeben ist. Sehenswert ist auch die evangelische Martinskirche. Der Kern des Baus stammt aus dem 11. Jahrhundert, Chor und Turm wurden im 14. Jahrhundert nach einem Brand neu errichtet. Beeindruckend sind die vielen Wandmalereien, die aus der Zeit um 1460 stammen.

Derart eingestimmt starten wir die Wanderung auf dem Ederhöhenweg, die uns heute nach Fritzlar bringen wird. Zunächst geht es ein Stück an der Landstraße entlang, um dann den Anstieg zum Rambachsköpfchen (413m) zu nehmen. Jetzt geht es südwärts über den Hermannsberg (388m) zum Johanneskirchenkopf (332m). Den seltsamen Namen hat der Berg von der Johanneskirche, von der heute noch Ruinen erhalten sind. Die Johanneskirche gehörte wohl zu der Ortschaft Hayn, die im 8. Jahrhundert Teil der fränkischen Verteidigungslinie gegen die Sachsen war. Im 14. Jahrhundert wurde Hayn wüst – und mit dem Ort auch die kleine Kirche.

Vom Johanneskirchenkopf geht es über den Heidekopf (298m) hinab nach Geismar. Der Fritzlarer Stadtteil Geismar ist altes chattisches Siedlungsgebiet. Die Chatten waren die germanischen Ur-Hessen. Sie kamen in der Völkerwanderung ins Gebiet zwischen Eder, Fulda und Lahn. Der Name Hessen leitet sich vom Stamm der Chatten ab. Aufgrund der Erkenntnisse, die man durch Grabungen bei Geismar gemacht hat, wurde in Geismar das altchattische Dorf Altgeismar rekonstruiert.

Nach diesem ersten Kontakt mit den Chatten leitet der Ederhöhenweg weiter nach Fritzlar. Bevor man dort ankommt, geht es über den Eckerich (258m). Auf seinem Gipfel steht die Eckerichswarte, ein Wachturm, der im 13. Jahrhundert errichtet wurde. Über die Gartenstraße geht es schließlich hinein nach Fritzlar.

Fritzlar wurde durch Bonifatius, den Apostel der Deutschen, gegründet. Hier fällte Bonifatius im frühen 8. Jahrhundert die Donareiche, was als Startschuss für die Christianisierung Mittel- und Norddeutschlands gesehen wird. Wo genau die Donareiche stand, ist nicht klar. Viele Vermutungen sprechen aber dafür, dass der dem germanischen Gott Thor geweihte Baum dort stand, wo sich heute der Fritzlarer Dom erhebt.

Die Ursprünge des Fritzlarer Doms liegen in den Jahren 724 und 725, als Bonifatius hier u.a. aus dem Holz der Donareiche eine Kirche und ein Kloster bauen ließ. Das heutige Bauwerk entstand in zwei Bauphasen im 11. und im 13. Jahrhundert. Seit 2004 ist der Fritzlarer Dom vom Papst zur Basilica minor erhoben. Im Innern des Fritzlarer Doms fallen der gotische Schrein des heiligen Wigbert von 1340 und das romanische Relief des Petrus mit Schlüssel aus dem 12. Jahrhundert ins Auge.

Im Kreuzgang befindet sich das Dommuseum Fritzlar, dessen Schauräume Gemälde, Skulpturen, Sakralgegenstände und andere Zeugnisse der Stiftsgeschichte vom Mittelalter bis in die Gegenwart zeigen. Bekanntestes Exponat des Domschatzes ist das Heinrichs-Kreuz, welches 1020 dem St. Petri-Stift von Kaiser Heinrich II. geschenkt wurde. Das romanische Gemmenkreuz zählt zu den bedeutendsten Werken der deutschen mittelalterlichen Schatzkunst. Teile der ehemaligen Stiftsbibliothek blieben in der Dombibliothek erhalten.

Rund um den Dom gruppiert sich die mittelalterliche Altstadt mit sehr gut erhaltenen Häusern aus dem 14. bis 17. Jahrhundert. Zu den Besonderheiten von Fritzlar zählt auch die weithin intakte 2,5 km langen Stadtmauer, die den mittelalterlichen Stadtkern umringt. Der Graue Turm ist mit 38m Höhe der größte erhaltene städtische Wehrturm in Deutschland. Und für noch einen weiteren Rekord ist Fritzlar gut: Das Rathaus von Fritzlar stammt aus dem Jahr 1109 und gilt damit als ältestes Rathaus Deutschlands.

Ederhöhenweg Etappen


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