Duisburger Stadtwald

Das Ruhrgebiet ist grün, so kommt es einem zumindest vor auf dem Ruhrhöhenweg oder dem Neandertalweg, die beide durch den Duisburger Stadtwald führen. Der misst sage und schreibe 600ha und zusammen mit dem Broich-Speldorfer Wald, der Huckinger Mark und der Grindsmark ergeben sich 30qkm zusammenhängende Waldfläche.

Die höchste Erhebung des Duisburger Stadtwaldes ist bei Haus Hartenfels im Stadtteil Neudorf-Nord auf 82,52m. Das Haus Hartenfels macht rein optisch seinem Namen Ehre. Ein wenig trutzig steht es da im Stil eines Schlosses, dem eine Burg vorausgegangen sein könnte, da es einen recht überragenden Turm trägt. So war es aber nicht. Bauherr von Haus Hartenfels war der Stahlindustrielle Peter Klöckner, der sich 1927 ein Landhaus aufstellen ließ. Das Haus mit zwei Geschossen entstand im Stil des Späthistorismus, man sieht Rundbögen, Türmchen und Gauben. Bis 1942 diente Haus Hartfels dem Unternehmer. Danach verfiel das Anwesen langsam, bis Haus Hartenfels ab 2015 renoviert und zu mehreren Wohneinheiten umgebaut wurde.

Im Stadtwald findet sich ein Waldlehrpfad, zu Lernzwecken angelegte Streuobstwiesen und an den Bachläufen sind Erlen. An den Wegen Kammerweg, Rundweg, Berg- und Talpfad sowie dem Eulenpfad stehen Skulpturen der Duisburger Bildhauerin Regina Bartholme, wie beispielsweise der Blaue Engel oder die Weiß Verpuppte. Es gibt ausgewiesene Strecken für Jogger und Walker und auch an Reitwege wurde gedacht, ebenso an Drahtesel.

Das Forsthaus Aktienberg liegt mitten im Stadtwald und südwestlich von Haus Hartenfels. Das Haus ist auch Wohnsitz des Försters und um die Weihnachtszeit herum kann man sich hier am Forsthaus einen Weihnachtsbaum selber schlagen. Zum Waldgebiet gehören auch die zwei zahmen Wildschweine, für die der Förster ein Gehege bauen musste, weil sie sich schon mal gerne an die Fersen von Joggern hefteten, um sie zu begleiten. Die beiden Schweinchen wurden auf die Namen Blümchen und Schnitzel getauft.

Südlich vom Forsthaus nahe der Kreuzung Kammerweg und Finkenpfad sind als Bodendenkmal Siedlungsreste der jüngeren Bronzezeit und der älteren Eisenzeit gefunden worden. Hier ist auch der Bereich der Quelle Heiliger Brunnen, an der Kreuzung Rundweg und Kammerweg. Der Brunnen tauchte erstmalig 1563 als Marienquelle auf und man sagte dem Wasser Heilkraft nach. Das Wasser kommt aber nicht aus der Tiefe sondern ist ablaufendes Regenwasser, das durchsickert und an den Hängen austritt.

Zwischen Neudorf westlich und Speldorf östlich durchquert die Bahn den Duisburger Stadtwald und dort liegt auch das Nachtigallental. Es ist in Planung, das Nachtigallental mit den denkmalgeschützten Landschaften des alten Steinbruchs und des Heiligen Brunnens unter Naturschutz zu stellen. Interessant am Nachtigallental sind besonders die unterschiedlichen Waldgesellschaften und die stehenden Gewässer, die zum Teil aus Bombentrichtern entstanden sind. Die locken Amphibien.

Seit 1990 gehört auch der alte Steinbruch mit seinen Halden, Wegen und Mauern zu den geschützten Bodendenkmälern. Die Grube ist umzäunt, sodass man bei einer Wanderung nicht an den steilen Abbruchkanten in den kleinen See stürzen kann. Bereits im Mittelalter wurden hier Steine gebrochen, Grauwackensandstein. Man setzte sie zur Errichtung der Stadtmauer ein oder auch für feste Häuser. Der Steinbruch ist seit 1874 nicht mehr aktiv.

Vgwort