Duisburg

Duisburg liegt an der Mündung der Ruhr in den Rhein und ist mit rund 485.000 Einwohnern die fünftgrößte Stadt in Nordrhein-Westfalen. Duisburg war im Mittelalter eine Königspfalz. Die Burganlage der Königspfalz entstand im 10. Jahrhundert wo heute der Burgplatz und das Rathaus den historischen Kern der Stadt markieren.

Beim Bau des Rathauses wurden Mauerreste der einstigen Pfalz entdeckt. Um den Alten Markt befand sich ein lang gestreckter Saalbau an der Kante der Niederterrasse, haben Funde belegt. Das Rathaus entstand von 1896-1902 im Stil des Historismus. Das ortsbildprägende Gebäude mit dem Turm hat vier Geschosse, Risalite, Stufengiebel und Figurenschmuck mit Karl dem Großen, Wilhelm I. und Wasserspeier zum Beispiel. Formen der Romanik, Gotik und Renaissance sind auch auszumachen.

Östlich am Burgplatz steht der Mercatorbrunnen, benannt nach dem Kartograf Gerhard Mercator, der ab 1551 in Duisburg wirkte und als einer der wichtigsten Gelehrten seiner Zeit galt. Der Mercatorbrunnen wurde 1878 im Stil des Historismus aus Sandstein gebaut. Obenauf ist das 2,5m hohe Standbild von Gerhard Mercator.

Nördlich des Rathauses steht die alte Stadtkirche von Duisburg, die evangelische Salvatorkirche aus dem 14. Jahrhundert. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Salvatorkirche im spätgotischen Stil renoviert und erhielt in der Folgezeit einen achteckigen neugotischen Turmhelm. In der Kirche sind die Grabstätten von Gerhard Mercator und von Johannes Clauberg (1622-1665), dem Gründungsrektor der alten Universität Duisburg.

Quasi in direkter Nachbarschaft der Salvatorkirche steht am Karmelplatz die katholische Karmelkirche. Sie ist eine frühere Ordenskirche der Karmelitinnen. Deren ursprüngliche Kirche aus der Zeit um 1315 wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und auf den Mauern der früheren Minoritenkirche wurde der Neubau 1959-1961 errichtet und den Karmelitinnen zur Verfügung gestellt. Der einschiffige Bau beinhaltet noch einen Chor der frühgotischen Anlage.

Geht man vom Rathaus die Schwanenstraße in südöstliche Richtung und überquert die Poststraße gelangt man zum Einkaufszentrum Königsgalerie und in die Kuhstraße mit dem Kuhtor. Hier stand einst eines der Haupttore der Stadtbefestigung aus dem 12. Jahrhundert. Es wurde 1833 als letztes Duisburger Stadttor abgerissen.

Nordwestlich vom Kuhtor, wo die Marientorstraße beginnt und zum Sperrtor Marientor, wo das Sperrwerk den Duisburger Außenhafen vom Innenhafen trennen kann, steht die evangelische Marienkirche. Die weiß verputzte Saalkirche aus Backstein wurde 1802 fertiggestellt. Auffällig ist ihre schmucke Spitze, die die barocke Turmhaube ziert.

Macht man keinen Abstecher in die Marientorstraße, sondern geht vom Kuhtor aus weiter, kommt man in die Königstraße und zur Brunnenmeile, die etwa 1km misst. Die Brunnenmeile ist ein Skulpturenweg, der 1983-93 in Duisburg angelegt wurde und entlang der Fußgängerzone verläuft. Einige der Skulpturen haben von den Duisburgern einprägsame Namen erhalten. Die bekannteste Skulptur ist der Life Safer im Brunnen von Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely. Die sanierte 5m Riesenfigur aus Polyester mit bunter Teflonschicht ist kaum zu übersehen. Für die einen wurde der Lebensretter mit den dicken Schwimmflügeln und der rundlichen Frau um Hüfte und Brust zum Wahrzeichen, andere halten sie für „rausgeschmissen Geld“.

Bei dem Thema Werte, Kunst und Konsum fällt einem der Weihnachtsmarkt ein, der in der Innenstadt jährlich zwischen der König-, Kuh- und Düsseldorfer Straße und dem Münzplatz stattfindet. Dann versinkt ab der Mitte November bis ins neue Jahr hinein Duisburg in einen Lichterglanz, mit Riesenrad und Eisbahn.

An der Königstraße liegt der König-Heinrich-Platz und da steht die Mercatorhalle. Sie entstand an Stelle der alten Veranstaltungs- und Konzerthalle, die 2005 abgerissen wurde. Der heutige Bau konnte 2007 eingeweiht werden und wird Mercatorhalle Duisburg im City-Palais genannt. Im Komplex des modernen Gebäudes sind auch ein Spielcasino, Büros, Geschäfte und Gastronomie zu finden sowie eine Shopping Mall.

Ebenfalls am König-Heinrich-Platz steht das Land- und Amtsgericht Duisburg. Der Komplex wurde in mehreren Phasen errichtet. Das erste Gebäude entstand 1874-76 und zeigt mit der Front zur Königstraße, die Erweiterung findet sich an der Landgerichtsstraße und wurde 1878 gebaut und der Flügel zum König-Heinrich-Platz kam 1912 hinzu. Das Portal zeigt sich in historisierenden Formen mit Rundbögen und springt als Risalit hervor. Dreigeschossig zeigt sich auch die Seite zum König-Heinrich-Platz, ebenfalls mit einem Risalit und vermehrt klassizistischer Formensprache.

Lässt man den König-Heinrich-Platz hinter sich und wendet sich in Richtung Opernplatz, steht am Übergang der Köhnenstraße zum Opernplatz die katholische Liebfrauenkirche. Die Liebfrauenkirche wurde 1958-60 doppelgeschossig aus Stahlbeton im Stil des Brutalismus erbaut. An der Stirnseite ist ein Relief vom brennenden Dornenbusch und vor der Kirche ist eine Stahlskulptur. Die riesigen Stahlreifen in Rostoptik sind durchbrochen - ein Stück Ruhrpott!

Schräg gegenüber befindet sich das Theater Duisburg. Das Theater Duisburg entstand 1910-12 mit einer repräsentativen Front mit Portikus, Tympanon und ionischen Säulen. Der neoklassizistische Bau bietet rund 1.117 Plätze und ist ein Spielort der Deutschen Oper am Rhein, einem Zusammenschluss der Theater in Duisburg und Düsseldorf.

Ein prägendes großes Bauwerk am Opernplatz 2 gegenüber der Liebfrauenkirche ist das Hotel Duisburger Hof, das 1927 gebaut wurde. Es zeigt sich dreiflügelig und fünfgeschossig mit einer gegliederten Muschelkalk-Fassade und Risalitgliederung.

Geht man nun wieder zurück Richtung Innenhafen, sollte man in der Nonnengasse noch einen Blick auf das Dreigiebelhaus werfen, das älteste Wohnhaus Duisburgs. Das Dreigiebelhaus wurde 1536 im Stil der niederländischen Backsteinrenaissance gebaut und zeigt drei Treppengiebel. Von 1608 bis 1806 war es eine Herberge des Klosters Duissern. Nach der Säkularisation wurde es als Textilfabrik genutzt. Heute sind dort Ateliers und Wohnraum.

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