Dreieich

Die Stadt Dreieich gibt es seit 1977. Damals wurden im Zuge der Gebietsreform die zuvor eigenständigen Orte Buchschlag, Sprendlingen, Dreieichenhain, Götzenhain und Offenthal zusammengelegt. Verwaltungssitz ist heute der größte Stadtteil, Sprendlingen.

Die Altstadt von Dreieichenhain und die Burganlage der Burg Hayn stehen unter Denkmalschutz. Wenn man durch den alten Ortskern schlendert, begegnet man sehr vielen schmuck gestalteten Fachwerkhäusern, man sieht Reste der Stadtmauer und Tore. Das Obertor in der Fahrgasse zeigt sich mit einer Uhr obenauf und von einer Seite aus Mauerwerk. Die Innenseite ist mit Fachwerk ausgestaltet.

Das Untertor in der Fahrgasse ist verputzt und an den Kanten mit Werkstein gemauert. Über 20 geschützte Bauten liegen dazwischen. Sie sind oft auch mit Schmuckfachwerk versehen und bisweilen finden sich in den Untergeschossen kleine Ladenlokale. In der Schulgasse 4 steht das Ludwig-Erk-Haus aus dem Jahr 1618. Der Musiklehrer und Komponist Ludwig Erk (1807-1883) verbrachte hier sieben Jahre seiner Kindheit.

In der Spitalgasse finden sich Fachwerkhäuser auf einem Natursteinsockel, wie das ehemalige Isenburger Amtshaus und gleich angebaut das Haus des einstigen Spitalmeisters. Die beiden Häuser haben ein gemauertes Untergeschoss, ein Obergeschoss in Fachwerk und beide sind mit Krüppelwalmdächern gedeckt. Ein Stück weiter liegt der Trierische Hof hinter einem Rundbogentor. Auch die Steingasse bietet schöne Ansichten von gepflegten Fachwerkhäusern mit den typischen der Zeit geschuldeten Nutzungsspuren.

Götzenhain liegt südöstlich von Dreieichenhain und wird wie Dreieichenhain vom Hengstbach umflossen. Südlich vom Ort und etwas außerhalb ist das Schloss Philippseich. Es geht auf ein Jagdschloss des Grafen Johann Ludwig von Isenburg zurück, der sich um 1675 im einstigen Tiergarten ein zweigeschossiges Holzhaus bauen ließ. Zur Schlossanlage wurde es um 1800. Es entstand ein Mansardbau mit zwei Geschossen und 11 Achsen als Haupthaus. Zur Anlage gehören eine ältere Schlosskirche und der sogenannte Grüne Bau sowie weitere Nebengebäude. Das Schloss ist in Privatbesitz und außer zu Gottesdiensten nicht zugänglich.

Die evangelische Kirche in Götzenhain liegt in dem älteren Ortskern, nördlich des Hengstbachs. Die Kirche entstand 1776 im Stil des Barock. In der nahe gelegenen Wallstraße finden sich einige Fachwerkhäuser unter Denkmalschutz. Aus Stein ist das Rathaus Götzenhain in der Bleiswijker Straße. Es zeigt sich mit Sandstein und Ziegelsteinen sowie mit Segmentbogenfenstern. Um 1200 entstand Götzenhain und es ist das höchstgelegenen Dorf in Dreieich, was ihm den Beinamen „Dorf auf der Höhe“ einbrachte.

Ein passender Ort für das Kunstwerk der Stangenpyramide, die nördlich von Dreieichenhain und Götzenhain an der Regionalpark-Route zu finden ist. Die zweigeteilte Skulptur ist „Auf der Hub“, einer 176m hohen Anhöhe, sie ist zweigeteilt, begehbar und liefert damit eine Sichtachse auf den Taunus und die Skyline von Frankfurt. Sie mausert sich zu einem beliebten Fotomotiv, das etliche Einsichten und Ansichten liefert. Die Stangenpyramide besteht aus 450 Rundhölzern, die in die Erde gesteckt und auf Länge geschnitten wurden. Insgesamt ergibt sich dann die Silhouette einer Pyramide.

In der Nähe findet sich das Areal vom Golf Club Neuhof. Dort ist das Hofgut Neuhof sehenswert. Das Hofgut wurde um 1500 unter den Ysenburgern gegründet. Ab 1700 wurde es als Musterdomäne unter Graf Johann Philipp von Ysenburg-Büdingen wieder aufgebaut, da es zwischenzeitlich Schäden und Verfall erlitten hatte. Auf dem Hofgut ist eine Gutsschänke sowie mit der „Alten Backstube“ ein Hofladen, der frische, selbst hergestellte Backwaren verkauft, eine alte Metzgerei produziert traditionelle Wurstwaren, es gibt eine Konditorei sowie ausgewählte Produkte der Region.

Südöstlich von Götzenhain und dem Schloss Philippseich liegt als weiterer Stadtteil Offenthal, als einziges nicht am Hengstbach. Durch Offenthal führt die Regionalpark-Rundroute über die Feldbergstraße. Offenthal ist mit Sprendlingen die älteste Siedlung im Gebiet von Dreieich. Man ahnt es vielleicht beim Anblick des wehrhaften Turms der evangelischen Kirche.

Sprendlingen, nordwestlich von Dreieichenhain, ist wohl noch älter. In der Hauptstraße 17 steht das alte Rathaus mit steinernem Torbogen und einem Balkon darüber. Das hohe Krüppelwalmdach auf dem ansonsten verputzten Haus trägt einen Dachreiter. In der Hellgasse 15 hat ein Verein eine Mikwe ausgegraben. Zusammen mit dem Jüdischen Friedhof wird in Sprendlingen an das Jüdische Leben erinnert.

Der nordwestlichste Zipfel der Stadt Dreieich wird von Buchschlag gebildet. Durch Buchschlag führt auch eine Strecke der Regionalpark-Route. Buchschlag ist der jüngste Stadtteil und besonders sehenswert ist die Villen-Kolonie. Sie entstand im Zuge der Gartenstadtbewegung. Zwischen 1905 und 1915 schufen 14 Architekten ein heute denkmalgeschütztes Villenensemble, aber nicht für die Superreichen, sondern einer mittlere Einkommensschicht aus Beamten, Handwerkern oder etwas besser verdienenden Arbeitern.

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