Burg Hayn

Die Dreieichenhainer feiern ihre Burg Hayn, die malerisch am Burgweiher liegt. Die Burg Hayn ist eine der ältesten steinernen Burganlagen im Rhein-Main-Gebiet und geht auf das 12. Jahrhundert zurück. Zuvor gab es an der Stelle im 9. Jahrhundert bereits einen königlichen Jagdhof, der mit der Stadtrechteverleihung zu einer Reichsburg ausgebaut wurde.

Neuere Forschungen gehen allerdings davon aus, dass die Keimzelle der Burg Hayn in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts liegt. Umgeben ist die Burg von einem Wassergraben, durch den heute kein Wasser mehr fließt. Die Bedeutung der Burg nahm ab dem 16. Jahrhundert ab. Auch wurde der Erhalt des alten Gemäuers wohl unverhältnismäßig teuer und die Burgherren ließen sich in Götzenhain das Schloss Philippseich errichten. Da war es dann zeitgemäßer und wohnlicher.

Im Kern der Anlage steht der mächtige runde Bergfried, den man beispielsweise für Trauungen nutzen kann. Vom einstigen Palas sind Mauern erhalten. Der Palas beherbergte die repräsentativen Wohngebäude der Grafen von Falkenstein und der Herren von Hagen-Münzenberg. Zwischen den Resten des Speisesaals und der Küche werden zu feierlichen Anlässen Zelte aufgestellt.

Der Burggarten der Burg Hayn ist der Spielort der Freilichtbühne. Sie war Hessens erste Freilichtbühne mit einer Auftaktdarbietung von Laienschauspielern im Jahr 1925. Im über 800 Jahre alten rustikalen Burgkeller kann man auch feiern. Der Burgkeller wurde saniert und sogar ausgebaut. In die Höhe erstreckt sich noch eine 22m hohe Wand des Wohnturms der Turmburg. Im 18. Jahrhundert verfiel die Burg und etliche Steine wurden weggeschleppt für Häuser und den Straßenbau.

Neben der Burg entstand ein Fronhof, der damals Zwinger für die Jagdhunde bereithielt. Davon blieb das Junkerhaus erhalten in dem heute das Restaurant Faselstall zu finden ist. Auf der Burg Hayn, neben dem Museum findet sich die Burgbeiz, die ebenfalls ein kulinarisches Angebot bereithält.

Im Herzen der Burg Hayn ragt ein weiteres Türmchen in den Himmel. Es ist der Dachreiter der Burgkirche. Sie wurde 1718 geweiht und entstand im Stil des Bauernbarock. Zuvor stand an der Stelle bereits ein Sakralbau. Im Inneren der evangelischen Kirche ist als ein Kleinod eine Stumm-Orgel aus dem Jahr 1791.

Auf der Burg Hayn befinden sich auch die Tourist-Information, der Geschichts- und Heimatverein sowie das Dreieich-Museum. Die Burgfestspiele begeistern Besucher aus nah und fern in den Sommermonaten Juli und August mit vielen unterschiedlichen Veranstaltungen, Theater, Jazz und anderen Musikrichtungen. Ein Highlight ist auch das Hayner Burgfest an jedem zweiten Septemberwochenende mit großem Mittelalterspektakel. Weihnachtsmarkt, ein Töpfermarkt und die Kirmes (Haaner Kerb) zu Pfingsten bilden ebenfalls Abwechslung im Burgenjahr. Richtig emsig geht es auch bei den Bienen zu, die auf dem Dach des Museums den Hayner Burghonig produzieren.

Vgwort