Dehrn

Landgasthof RudolphLandgasthof Rudolph

Der größte Stadtteil von Runkel ist Dehrn, das von der alten Burg Dehrn überragt wird. Die Geschichte von Dehrn lässt sich bis in die Jungsteinzeit nachweisen, wo Menschen den günstigen Platz an einer Furt durch die Lahn zum Siedeln nutzten.

Die schriftlich dokumentierte Geschichte von Dehrn beginnt allerdings erst 1197, als ein Henricus Frio de Derne als Zeuge auftritt. Diese Ritterfamilie Frei von Dehrn war eng verbunden mit dem Lubentiusstift in benachbarten Dietkirchen, als dessen Vögte sie zeitweise fungierten. Aus dem Besitz der Frei von Dehrn sind heute die Burg Dehrn mit dem Burgmannenhaus, Burg Crass im Rheingau und die Burgruine Hartenfels im Westerwald erhalten.

Die Frei von Dehrn waren vermutlich auch die Bauherren von Burg Dehrn, die als Landesburg der Grafschaft Diez im 12. Jahrhundert errichtet wurde. Der auffälligste Bauteil der hoch über der Lahn thronenden Burg ist der runde 34m hohe Bergfried mit seinem achteckigem Zinnengeschoss. Während der Turm mit 9m Durchmesser vermutlich aus dem 13. Jahrhundert stammt, wurde das achteckige Zinnengeschoss erst im 19. Jahrhundert durch den damaligen Eigentümer, den Freiherrn von Dungern, auf den Rundturm aufgesetzt.

Der Wohnbau, südlich des Bergfrieds, ist im Kern noch gotischen Ursprungs, wurde aber immer weiter ausgebaut. Ab 1845 entstand östlich dieses Ursprungbaus ein kleines Schloss im neugotischen Stil. Um das neue Schloss mit der alten Burg zu verbinden, wurde eine Fachwerkgalerie um den Turm geführt, die in den zweiten Stock des gotischen Teils führt. Das Kaminzimmer – heute noch einziges Relikt aus der Zeit der Frei von Dehrn – musste verkleinert werden, um einen Flur zur Fachwerkgalerie zu erhalten.

Nach verschiedenen Nutzungsphasen stehen Schloss und Burg heute weitgehend ungenutzt leer und verfallen langsam. Da es sich aber um Privatbesitz handelt, ist eine Besichtigung gegenwärtig nur von außen möglich.

Der Burg zu Füßen liegt das auch als Pfalz bezeichnete Burgmannenhaus. Während der Hauptbau auf das 12. Jahrhundert zurückgeht, wurde der größte Teil des Gebäudes um 1480 errichtet. Von 1998 bis 2000 wurde die Pfalz umfassend restauriert.

Bis 1926 war die Dietkirchener Filialkirche St. Nikolaus die Pfarrkirche in Dehrn. Dann wurde die neue Kirche geweiht (ebenfalls zu Ehren des heiligen Nikolaus) und die St. Nikolauskapelle zum Kindergarten umfunktioniert. Das genaue Baudatum der Kapelle ist nicht bekannt, sie ist aber bereits 1327 dokumentiert und wurde zuletzt 2004 umfassend renoviert.

Dehrn ist übrigens nicht nur Geburtsort von Bernd „Holz“ Hölzenbein, Mitglied im 1974er-Fußball-Weltmeisterteam und nach wie vor erfolgreichster Torschütze des Bundesligisten Eintracht Frankfurt. Dehrn ist auch Heimstatt der Dehrner Kirmes, einem beliebten Fest im Limburger Becken, das immer freitags bis montags am zweiten Wochenende im Juli stattfindet.