Burgruine Brelen

Ganz im Nordwesten des Hemeraner Stadtgebiets im Übergang zur Stadt Menden und dem Waldgebiet Sundern findet man Brelen. Das kleine Örtchen liegt versteckt in einem ansteigenden, offenen Tal zwischen Stockschlade (271m) und Tüsberg (268m) im Süden und Sundern (233m) im Norden, das vom Oesetal aus in Richtung Osten ansteigt.

Schaut man sich dieses Fleckchen Erde genauer an, sieht man: Es handelt sich dabei nicht um ein Dorf, sondern um die Überbleibsel einer alten Burg, der Burg Bredenol, auch Burg Brelen genannt, die dort auf dem Bennokopf (230m) über dem Tal thront. Die Herren von Bredenol führten ein Büffelhorn im Wappen, ein goldenes, um genau zu sein. Und eben dieses goldene Horn soll der Sage nach zusammen mit einem Schatz unter der Ruine vergraben liegen. Aus dieser Tiefe steigt in manchen Nächten ein weißes Pferd empor und sucht nach seinem Herrn, der im Zweikampf erschlagen worden war. Nur Glückskindern soll es möglich sein, den Schatz zu heben.

Wer also auf einer Wanderung an dem Turmrest der alten Burg Bredenol vorbeikommt, der könnte nach Spuren des Schatzes oder eines Geisterpferdes Ausschau halten. Zumindest aber wird er Überreste der alten Wallanlagen finden und Reste der Grundmauern des quadratischen Turms. Von hier aus konnte man hervorragend das Oesetal überwachen. Über 2m stark waren die Mauern einst, und der Eingang im ersten Stock des gut befestigten Wohnturms war vermutlich nur über eine Leiter zu erreichen.

Den Schatzsuchern, die der Sage Glauben schenken und den Boden rund um die Ruine durchwühlen, ist es zu verdanken, dass Grabungsfunde kaum wissenschaftlich ausgewertet werden konnten. So ist nicht endgültig geklärt, wann die Anlage entstand. Zwar gibt es eine Erwähnung eines Hofs Pretinholo aus dem Jahr 1074, doch diese bezieht sich vermutlich auf eine Hofanlage unterhalb der Befestigung. Wahrscheinlicher ist, dass eine hölzerne und mit Palisaden gesicherte Festung im Laufe des 13. Jahrhunderts zur wehrhaften Steinburg ausgebaut wurde.

Es ist nicht weit das Tal hinunter Richtung Oese, wo man die Edelburg findet. Dabei handelt es sich sowohl um einen Hemeraner Ortsteil an der Grenze zu Menden als auch um einen alten Gutshof, der als Erleborgh 1375 erstmals erwähnt wurde. Um 1600 entstand das heutige Herrenhaus. Als Steinbruch nutzte man dafür ungeniert die Ruine der Burg Bredenol. Zugleich machte man aus dem Gut eine Wasserburg. Erst im 19. Jahrhundert wurden die Wassergräben wieder zugeschüttet. Heute hat darin ein Reiterverein seinen Sitz.