Burg Ronneburg

Burg Ronneburg ist die Namensgeberin des Ronneburger Hügellands. Burg Ronneburg thront erhaben auf einem Basaltkegel über dem Fallbachtal und strahlt Überlegenheit und Kraft aus, die die zahlreichen Bewohner einst vor den zahlreichen Besuchern jetzt sicher gespürt haben werden. Burg Ronneburg scheint unangreifbar in ihrer Geschlossenheit dort droben und sie wurde kaum beschädigt zu Kriegszeiten, ein Brand machte ihr 1621 in Teilen zu schaffen und einige Jahre später eine Plünderung.

Spirituell und gedanklich angereichert wurde Burg Ronneburg nach 1700, als protestantische Gläubige mit ihrem ständefreien Denken eine Bleibe suchten und auf der Burg unter dem Schutz von Graf von Zinzendorf einen ersten Hort ihrer Inspirationsgemeinde einrichteten. Die Herrnhuter Brüdergemeine zog einige Jahre später auf den Herrnhaag, da Burg Ronneburg zu klein wurde. Der freie Geist scheint noch durch die Mauern zu schweben.

Es ist als würde er eine verstehende Verknüpfung herstellen zwischen der Fliehburg aus dem 12. Jahrhundert, der Renaissance-Residenz der Grafen Anton zu Ysenburg und dessen Sohn Heinrich, die die Burg im 16. Jahrhundert so gestalteten, wie wir sie heute sehen und dem Jetzt, das belebt wird von Mittelalterfesten, Oster- und Weihnachtsmärkten, dem liebevoll gepflegten Museum. Dem Zauber erliegen auch Paare, die sich in der Ronneburg trauen lassen.

Burg Ronneburg ist ein prächtiges Beispiel für die baulichen Vorlieben des Adels im 16. Jahrhundert zur Renaissancezeit. Ungewöhnlich ist die Abdeckung des Bergfrieds mit Welscher Haube. Vom Bergfried aus hat man einen fantastischen Rundumblick vom Vogelsberger Oberwald in das Ronneburger Hügelland und den Büdinger Wald bis zu den Höhen des Spessart und bei gutem Sichtwetter hinüber nach Frankfurt am Main.

Aus der einst einfachen Anlage aus Wohnbau, Turm und Ringmauer erweiterten die Grafen im 16. Jahrhundert Burg Ronneburg zu einer zeit- und standesgemäßen Wohnstätte. Gegenüber des Bergfrieds ist der Palas, der im 14. Jahrhundert einen niedlichen Kapellenerker erhielt.

Mit dem Aus- und Umbau erhielt die Ronneburg eine Vorburg mit Wirtschaftsgebäuden. Ein Weinkeller entstand, eine Hofstube mit Erker, wundervolle Fresken zieren den Erker im oberen Herrengemach. Über der Tordurchfahrt sind die Frauengemächer, der malerisch dekorierte Kemenatenbau entstand unter Graf Heinrich, als er zum zweiten Mal verheiratet war.

Wer hier heiratet, kann seine Gäste in die Hofstube zu Speis und Trank laden, in der Kapelle um den Segen bitten, der die Ehe begleiten soll, in der Alchimistenstube des Museums sich nach möglichen Hilfsmitteln erkundigen (nein, natürlich nicht), sich beim Anblick der Streckbank im Folterkeller überlegen, was es schlimmeres gibt, als nörgelnde Verwandtschaft.

Er kann sich vorstellen, wie viel Beinmuskeln sich entwickeln bei jenem, der ins Tretrad gespannt wird, durch welches das Wasser aus dem 94m tiefen Brunnen gestrampelt werden muss. Und den Abend in der Küche mit dem Riesenkaminherd ausklingen lassen – gedanklich, denn um die Zeit ist das Museum sicher geschlossen. Ein Tag auf Burg Ronneburg ist wahrlich inspirierend!