Burg Philippstein

Die Ruine der Burg Philippstein thront über dem Möttbachtal und wacht über den gleichnamigen Ort Philippstein, der heute zu Braunfels gehört. Es besteht Sichtkontakt zum Schloss Braunfels, was auch den ursprünglichen Sinn der Burggründung 1390 nahelegt: Sie diente zur Sicherung der Nordgrenze des Gebiets von Graf Philipp I. von Nassau-Saarbrücken-Weilburg gegenüber den Grafen von Solms, die auf Burg Braunfels residierten.

Aus wirtschaftlichen Gründen eine sehr nachvollziehbare Entscheidung, verlief doch 400m westlich von Burg Philippstein die wichtige Handelsstraße von Köln nach Frankfurt, die wichtige Steuereinnahmen brachte. So war Burg Philippstein ständiger Amtssitz der Geldeintreiber, bis die Anlage dann im Dreißigjährigen Krieg aufgegeben wurde und mit der Zeit verfiel. Im 19. Jahrhundert wurde die Ruine von Anwohnern als Steinbruch verwendet, so dass selbst der große runde Bergfried wie ein angenagter Baumstamm aussah und umzukippen drohte. 1976 wurde mit der Sanierung der Burg begonnen.

Heute sind die Burgruine und der Bergfried frei begehbar und werden auch des Öfteren als Schauplatz für Festivitäten genutzt. Neben dem Bergfried sind noch Mauerreste der Schildmauer, der Westseite mit Gewölbekeller und verschiedene Fundamentfragmente zu sehen. Die Sanierung und Erhaltung der Burg liegt in den Händen des Burg und Heimatvereins Philippstein. Dieser Verein setzte sich auch für den Wiederaufbau des Brunnens neben der alten Schule ein, der bis 1905 die Wasserversorgung des Dorfes sicherstellte.

Der gleichnamige Ort Philippstein ist ein altes Bergbaudorf und bildete sich in der Folge der Errichtung von Burg Philippstein. Auf die Bergbauvergangenheit des Ortes, die über 400 Bergleute in neun Gruben aus Philippstein beschäftigte, verweist heute noch ein Denkmal. Die letzte Grube wurde 1962 geschlossen.

Die 1610 erstmals erbaute Kirche wurde im Dreißigjährigen Krieg, wie auch weitere dreißig Gebäude, Opfer der Flammen eines großen Brandes. Die heutige evangelische Kirche ist ein 1913-14 errichteter Neubau, der Teile des ehemaligen vorherigen barocken Kirchenbaus einbezieht. Architekt ist Ludwig Hofmann aus Herborn.

Am westlichen Ortsrand von Philippstein in der Nähe des christlichen Friedhofes liegt der frühere jüdische Friedhof, der um 1850 eröffnet wurde und nur von den Juden aus Philippstein genutzt wurde. Die denkmalgeschützte Anlage ist heute von Hecken eingefasst und wird von einem gusseisernen Tor mit Medaillonsfries verschlossen. Die Grabsteine sind meist als Stelen mit bogigen Abschlüssen gestaltet.