Burg Neuerburg (Eifel)

Theoderich de novo castro – so hieß der erste Herr in Neuerburg, das damals der Grafschaft Vianden gehörte. Man schreibt das Jahr 1132. Nicht ungewöhnlich war, dass nach rund hundert Jahren eine Familienfehde ausbrach. Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte, in diesem Fall Luxemburg, das sich die Herrschaft Neuerburg samt Dörfchen zu Lehen machte. Wieder etliche Jahrhunderte später, gelangten die Grafen aus Manderscheid nach Neuerburg, das weiterhin den Luxemburgern unterstand.

Die Manderscheider jedenfalls bauten Burg Neuerburg zu einer Festung aus, die sich heute noch in Rudimenten darstellt, besonders eindrücklich natürlich in der Burg auf dem Felsen und der in die Festung einbezogenen Kirche. Erhalten haben sich aus der Zeit auch Stadtmauerreste. Da Neuerburg am Rande der Niederländisch-Spanischen Kriege lag, wurde die Burg etwa ab 1500 zu der Wehrhaftigkeit aufgemauert, die man heute noch spürt. Bastionen und Kasematten (Gewölbe im Festungsbau) mit Mauerstärken von 5,5m gegen Artilleriebeschuss entstanden.

Burg Neuerburg galt über viele Jahrzehnte als uneinnehmbar. Allerdings hatte sie dem gezielt eingesetzten Sprengstoff der Franzosen 1692 nichts entgegenzusetzen, die sie „vorsichtshalber“ teilweise in Mauergebrösel verwandelten. Für weiteren Verfall sorgte, dass die Burg Neuerburg nun als öffentlicher Steinbruch diente.

Erhalten und bewohnbar, das freut heute noch etliche Menschen, ist der äußere Torbau, der im Kern aus dem 13. Jahrhundert stammt, sowie der Palas mit dem gewölbten Saal aus dem Ende des 14. Jahrhunderts. Hier ist heute eine Jugendherberge ansässig. Innenhof und die Burgkapelle mit einem ehemaligen Rittersaal können auch noch besichtigt werden.

Auf dem abfallenden Felsrücken lag die Vorburg, wo sich heute stattlich die Kirche und der freistehenden Glockenturm erheben. Der war auch gleichzeitig Torturm, weil man hier Einlass auf das Gelände der Vorburg bekam, oder auch nicht. 16 Türme und drei Tore waren in und an der die Stadt schützenden langen Mauer zu finden. Sichtbar nach wie vor und zu ersteigen ist der Beilsturm, von dem aus man darüber wachen konnte, wer sich aus Süden nähert. Von der Aussichtsplattform genießt sich ein interessanter Blick über die historisch malerische Stadt.

Der prächtige Bau mit dem weißen Turm und den Zinnen (19. Jahrhundert) obenauf ist das Vogtshaus aus dem Jahr 1624. Das Vogtshaus diente als Sitz der herrschaftlichen Beamten. Heute ist es das Pfarrhaus von Neuerburg.

Zum historischen Neuerburg gehört auch die Eligiuskapelle. Nach dem Brand erhalten hat sich der Chorraum der ehemaligen Hospitalskirche, die 1437 erbaut worden war. Das Kapellchen liegt in einer hübschen Anlage, mit alten Grabdenkmälern auf dem früheren Friedhof. Durch Neuerburg führt der Neuer-Burg-Weg auf den Spuren des Mittelalters. Auf 13km rund um die Enz und mit den Sehenswürdigkeiten des historischen Städtchens lässt sich Geschichte erleben.