Burg Landshut

Über Bernkastel-Kues steht mit erhobenen Turm beflaggt die Ruine der Burg Landshut. Sie überschaut den Ortsteil Bernkastel, die Mosel und blickt über Kues in die Eifel hinein.

Eine erste Erwähnung des Treibens in Bernkastel fällt ins 7. Jahrhundert, als Merowinger und Luxemburger Herren auf der Burg waren, die als Princastellum notiert ist. 1077 zerstörte der tierische Erzbischof Poppo die Festung und sackte das Herrschaftsgebiet ein. Der Bau der Burg Landshut als Höhenburg fällt ins Jahr 1277 und geht auch auf das Bestreben eines Bischofs zurück, nämlich dem Heinrich von Vinstingen.

Neuste Funde legen nahe, dass vor dem 7. Jahrhundert hier auf dem Burgberg, einem Nordostausläufer des Olymps (415m), bereits Betrieb war. Bei Wartungsarbeiten an der Burg fand man 2012 Überreste eines spätrömischen Kastells, die auf das 4. oder 5. Jahrhundert hindeuten, dann wäre die Landshut eine der ältesten Burgen im Moseltal. Das Kastell war wohl rechteckig und 60 x 30m mit 1,8m starken Mauern aus Quarzitsteinen.

Als die Grafen von Blieskastel ausgestorben waren, haben deren Erben, die Grafen von Salm, die Besitzung an Kurtrier verkauft. Anfang des 16. Jahrhunderts tauchte der Name Landshut erstmals auf. Auf der Burg saß ein Amtmann. Im 17. Jahrhundert sorgte ein vernichtender Brand für so viel Schaden, dass die Burg nicht mehr aufgebaut wurde. 1920 ging die Burg in die Hände von Bernkastel und wird seitdem als Wanderziel genutzt mit gastronomischem Angebot. Vom begehbaren Bergfried aus hat man einen weiten Blick über das Moseltal.

Als Service in den Sommermonaten bietet Bernkastel mit dem Burg-Landshut-Express einen besonderen Bus an, der in zwanzig Minuten zur Burg hinauffährt. Der kleine quietschgelbe Bus kraxelt dann durch die Weinbergslagen. Abfahrt ist gegenüber des Doctorbrunnens am Gestade in Bernkastel und auf der Rückfahrt kommt man an der Jugendherberge vorbei und durch das Tiefenbachtal.

Nahe der Burg liegt in der Straße Jugendherberge eine eben solche. Die Moselblick-Jugendherberge ist ein ehemaliges Schlosshotel und ein großer zwei- bis dreigeschossiger Putzbau, der kurz vor 1906 gebaut wurde.

Am Schlossweg, südlich von Bernkastel und der Burg, liegt die St. Anna Kapelle aus dem Jahr 1890 als Abschluss eines Kreuzweges.

Nordwestlich der Burg Landshut schlängelt sich der Tiefenbach durch den Hunsrück. Die Landschaft hier wird nicht umsonst Bernkasteler Schweiz genannt. Der Tiefenbach stürzt sich im Unterlauf über zwei Wasserfälle.

Am Oberen Wasserfall steht die Tinkelkapelle (ehemals Maria-Hilf-Kapelle), die im 18. Jahrhundert auf einem Bergsporn – dem Hinkel – errichtet wurde. Rund um die Tinkelkapelle reiht sich Bergkuppe an Bergkuppe. Steil fallen die Abhänge an die Landstraße und an den Tiefenbach hinab.