Burg Königstein

Burg Königstein thront nicht nur über dem gleichnamigen Ort Königstein in der Hohen Mark, sondern über dem gesamten Rhein-Main-Gebiet. Diesen Eindruck hat man spätestens, wenn man vom 34m hohen Bergfried einen grandiosen Ausblick auf die Skyline von Frankfurt am Main genießt.

Ein ähnlich erhebendes Gefühl wie heute der staunende Turmbesteiger muss wohl auch der Merowinger-König Chlodwig (466-511 n.Chr.) gehabt haben, als ihm hier eine Jungfrau im Traum erschien und ihm den Sieg gegen die Alemannen prophezeite. Aus Dankbarkeit soll er die Burg Königstein errichtet haben, das berichtet jedenfalls die Gründungslegende.

Tatsächlich konnte man bislang aber nur Bauteile aus dem 10. und 11. Jahrhundert nachweisen. Die Hauptanlagen stammen sogar erst aus dem 12. Jahrhundert und gehen auf den Staufer-Kaiser Barbarossa zurück, der durch Burg Königstein die wichtige Handelsstraße zwischen Köln und Frankfurt schützen ließ.

In den folgenden Jahrhunderten wurde Burg Königstein erheblich erweitert und zu einem Renaissance-Schloss ausgebaut. 1660-70 erfolgte dann die letzte große Baustufe u.a. mit der Errichtung der Eckbastionen an der Südseite von Burg Königstein. Wie Burg Königstein seinerzeit ausgesehen hat, kann man sich heute anhand eines Modells vergegenwärtigen, das im Burg- und Stadtmuseum im Alten Rathaus von Königstein gezeigt wird.

Während der erfolgreichen Eroberungskriege Napoleons wurde Burg Königstein dann erheblich beschädigt und später als günstiger Steinbruch von den Königsteiner Bürgern vereinnahmt. Die letzten Besitzer – die Herzöge von Nassau, die seit Adolph I. auch die Großherzöge von Luxemburg stellen – schenkten die Ruine 1922 der Stadt Königstein.

Heute wird die zu den größten Burgruinen zählende Burg Königstein nicht nur für Ausflugs- und Kurgäste geöffnet, sondern ist auch Schauplatz zahlreicher Veranstaltungen: vom Rockturnier über Theateraufführungen bis zum Mittelaltermarkt.