Burg Hohenstein (Taunus)

Am Übergang vom Aartaunus in die Kemeler Heide liegt unweit der Bundesstraße B 54 Burg Hohenstein. Burg Hohenstein ist eine der größten und schönsten Burgruinen im Taunus und liegt reizvoll inmitten der waldreichen Landschaft im vielleicht schönsten Abschnitt des Aartals. Seit der hessischen Gebietsreform 1972 ist die Burg Namensgeberin für die Gemeinde Hohenstein im Untertaunus.

Burg Hohenstein wurde auf einem steilen Fels über dem Aartal wahrscheinlich um 1190 durch die Grafen von Katzenelnbogen und die Grafen von Nassau erbaut. 1422 ließ Graf Johann III. von Katzenelnbogen Burg Hohenstein dann großzügig erweitern. Aus dieser Zeit stammt die Vorburg mit ihrer starken Schildmauer und den quadratischen Ecktürmen, wobei der westliche zugleich auch Torturm ist.

Der innere Burghof im Nordosten bestand wohl aus dem Hauptturm, Palas, Küche und Kapelle. In der wesentlich größeren Vorburg gab es den Zwinger, Burgmannenhäuser, Wirtschaftsgebäude, Kornspeicher, Stallungen. Sie war über eine Zugbrücke zugänglich.

Nach dem Aussterben der Grafen von Katzenelnbogen 1479 fiel Hohenstein an Heinrich den Reichen, den in Marburg residierenden Landgraf von Oberhessen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Burg Hohenstein zerstört und seitdem nicht wieder aufgebaut. Die Ruine kam 1815 an Nassau. 1864 stürzten Palas und großer Saalbau ein, weitere zwei Jahre später wurde Preußen neuer Hausherr auf Hohenstein.

Seit 1949 gehört Burg Hohenstein dem Land Hessen, das 1968 im Bereich des ehemaligen Kuhstalles ein Hotel mit Restaurant bauen ließ. Jedes Jahr zur Spielzeit der Taunusbühne Bad Schwalbach wird der Burghof der Ruine zur Kulisse der Burgfestspiele Hohenstein.

Um die Burg hat sich ein kleiner Ort entwickelt, der der Einfachheit halber auch Burg Hohenstein heißt. Die katholische Herz-Jesu-Kapelle im unteren Dorf wurde 1906 zunächst ohne Kirchbau-Genehmigung von einem Gastwirt als sogenanntes Gesellenhaus erbaut. Es handelt sich um einen Saalbau in Sichtfachwerk mit neugotischen Formen. Chor und Turm mit Spitzhelm wurden erst später angefügt.

Gegenüber der Burg in einer exponierten Höhenlage wurde die neugotische Gustav-Adolf-Kirche 1884 anstelle einer Marienkapelle von 1453 erbaut. Es handelt sich um einen Saalbau mit Querschiff aus Taunusschiefer. Der achteckige Fassadenturm wird von einem Spitzhelm gekrönt. Im Innern fällt die einheitliche Innenausstattung mit Kanzel, Bänken und Orgelempore auf. Auch die Orgel stammt aus dieser Zeit, von 1885.

Das ehemalige Förster Schmidtsche Wohn- und Wirtshaus am Ortsrand wurde 1840 von der Kirchengemeinde gekauft. Der Fachwerkbau mit Schieferverkleidung dient heute als Pfarrhaus.

Der 1894 erbaute Bahnhof Hohenstein der Aartalbahn fügt sich als gründerzeitlicher Landhausbau schön in das Ortsbild ein. Kennzeichnend sind die roten Sandstein- und Backsteinelemente im Erdgeschoss und das Fachwerkobergeschoss.

1921-22 wurde nahe dem Bahnhof im Aartal das Ringofengebäude des ehemaligen Klinkerwerks erbaut. Der Ringofenbau mit hohem, weithin sichtbarem Schornstein gilt als Beispiel des um 1858 entwickelten und als produktiv geltenden Ziegeleiofentyps auf einem Kreisgrundriss.