Bruchhausen (Arnsberg)

Mit über 3.000 Einwohnern gehört Bruchhausen zu den größeren Ortsteilen Arnsbergs. Es liegt am nördlichen Ruhrufer zwischen den Nachbarorten Niedereimer und Hüsten. Oberhalb am Hang des Rahnsbergs (305m) führt die Autobahn A 46 vorbei. 1295 wurde das Arnsberger Bruchhausen erstmals erwähnt, das nicht zu verwechseln ist mit anderen Orten dieses Namens im Sauerland, zum Beispiel dem Olsberger Ortsteil Bruchhausen, nach dem die bekannten Bruchhauser Steine benannt sind.

Weit in der Zeit zurück reicht die Geschichte der Kapelle Rodentelgen, einem frühen Sakralbau in Bruchhausen. Ihre Ursprünge reichen sogar so weit zurück, dass über ihre Entstehung verschiedene Erzählungen existieren. Die anrührendste Legende erzählt von einem Ritter, der am fünften Kreuzzug nach Jerusalem teilgenommen hatte. Als er zurückkehrte, soll sich ein Drama um Liebe und Eifersucht entsponnen haben, in dem er wegen der Intrigen eines Burgvogts seine unschuldige Frau umbrachte. Aus Reue über seine Tat soll er die Kapelle erbaut haben.

Wahrscheinlicher ist jedoch eine weit spätere Entstehung der Kapelle Rodentelgen als Sühne für die Verbrechen während der Soester Fehde Mitte des 15. Jahrhunderts. In den ersten zwei Jahrhunderten ihrer Existenz war die Kapelle ein beliebter Wallfahrtsort, 1659 wurde sie um eine halbrunde Sakristei erweitert. Dann aber verlor sie an Bedeutung, bis sie im 19. Jahrhundert so heruntergekommen war, dass ihr Verfall drohte, was aber durch eine Renovierung 1837 verhindert werden konnte. 1897 erfolgte erneut eine Erweiterung, doch heute steht der Fortbestand des kleinen Kirchleins wieder in Frage, denn inzwischen gibt es einen größeren Neubau, die Pfarrkirche St. Maria Magdalena und Luzia.

1925 war nach heftiger Diskussion über ihren Standort mit dem Bau der Pfarrkirche St. Maria Magdalena und Luzia begonnen worden, und schon im folgenden Jahr wurde sie geweiht. 1943 kam die Orgel hinzu. Viele Stücke der Innenausstattung und auch die Glocken stammen aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Denn 1945 waren die Kirche und der Altar schwer durch das Bombardement der Alliierten beschädigt worden. Die Kirche ist ein einschiffiger Längsbau in neobarockem Stil und mit Tonnengewölbe.

Vor wenigen Jahren erst wurde sie innen grundlegend renoviert und zeigt sich heute hell und freundlich. Sehenswert ist vor allem die moderne Ausmalung der Deckenkuppeln und Medaillons im Gewölbe nach Entwürfen des Künstlers Stefan Piertryga. Er hatte sich im eigens ausgeschriebenen Künstlerwettbewerb mit seinen Vorschlägen durchsetzen können. Das romanische Kruzifix aus dem 12. Jahrhundert und die barocke Pietà aus dem 17. wurden aus der Kapelle Rodentelgen übernommen. Ebenso der barocke Altar im Querschiff, der wie die ebenfalls barocke Kanzel aus der Attendorner Werkstatt Sasse stammt.