Brocken-Aufstieg von Oderbrück über den Dreieckigen Pfahl und den Goetheweg


Erstellt von: tomtom
Streckenlänge: 8 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 14 Min.
Höhenmeter ca. ↑353m  ↓133m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Viele Wege führen nach Rom und eben auch zum Brocken (1.141m). Dieser Brocken-Aufstieg beginnt in Oderbrück auf rund 790m. Bis zum Blocksberg, wie der Brocken auch genannt wird, sind daher „nur“ etwa 350 Höhenmeter zu bewältigen.

Oderbrück gehört zu Braunlage, liegt an der Bundesstraße B 4 (von Braunschweig nach Erfurt) und besteht aus den beiden Ortsteilen Nord und Süd. In jedem stehen um die zehn Häuser, wobei in Nord überwiegend Skihütten und Ferienunterkünfte sind.

Wir starten zwischen den beiden Teilen an der Oder auf dem Parkplatz und gehen zunächst gemäßigt entlang des Wassers durch den Wald und in Richtung Nordosten. Wir stoßen auf die Schierker Straße, halten uns in Richtung Südosten und kommen zur Ulmer Straße und dem Kreuzungspunkt Dreieckiger Pfahl. Hier kommen auch die Brockenwanderer vorbei, die die Strecke „Ab Ehrenfriedhof zum Brocken“ genommen haben. Der Dreieckige Pfahl ist die Grenze zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

Weiter gehen wir über den „Grenzweg am Bodesprung“. Auf diesem Kolonnenweg, mit Steinen gepflastert, geht es stetig weiter hinauf auf dem „Grünen Band“. Es entstand zum Schutz der Lebensräume in der einstigen geteilten Region. Michail Gorbatschow ist übrigens Schirmherr für das Grüne Band Europa.

Der Harzer Grenzweg geht in den Goetheweg über und wir kommen zum Goethebahnhof der Brockenbahn. Die künstlerisch gestalteten Stichwortfahnen, die Skistangen bei Abfahrten nachempfunden sind, weisen zum Beispiel darauf hin, dass sich hier auch die Grenze zwischen Bergwald und waldfreier Kuppe befindet. Die Überlegungen eine Brockenbahn zu bauen gab es schon 1870. Begonnen wurde mit der Schmalspurbahn dann 1896. Über 600 Arbeiter schufteten daran. Der Gästestrom brachte aber auch Nachteile: „Brockenflegel“, die seltene Pflanzen ausrissen und ihre Bedürfnisse überall stillten. Es hagelte Anzeigen gegen die Flegeleien und Strafen wurden verhängt.

Wir folgen artig der Schmalspurbahn, die uns an den Rand des Goethemoors führt. Hier wurde eine kurze Zeit im 18. Jahrhundert Torf abgebaut. Um die 1730er Jahre hatte der Hunger des Bergbaus Holzmangel ausgelöst und man suchte andere Möglichkeiten: Torfstechen. Der Torf allerdings in der nassen, kühlen und abgelegenen Gegend war schwerlich zu gewinnen, weshalb man das dann nach etwa dreißig Jahren sukzessive aufgab.

Über die Brockenstraße winden wir uns dann mit vermutlich einigen anderen Wanderern auf den Gipfel des Brockens, der mit gutem Willen gemessen auf 1142m kommt, inklusive Stein mit der Höhentafel. Oben angekommen erwarten uns neben Frische, Wind und vielleicht auch Nebel, die Sehenswürdigkeiten: Haus in den Wolken, Brockengarten, Funkturm, Wetterstation, Besucherzentrum mit Museum in der einstigen Stasi-Moschee und Gastronomie sowie der Brockenbahnhof.

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