Breinig (Stolberg)

„Stein auf Stein, das Häuschen muss bald fertig sein“, möchte man summen, wenn man durch den historischen Kern von Breinig schlendert. 67 Baudenkmäler sind entlang der Straße Alt Breinig aufgelistet. Winkelhöfe, Bruchsteinbauten, teilweise mit Fachwerk, mal nur eine Scheune, mal eine komplette Hofanlage. Man sieht große Tore, feste Ummauerungen und schöne Fensterrahmungen.

In Alt Breinig am südlichen Ortsrand steht auch die katholische Pfarrkirche St. Barbara. St. Barbara wurde im 19. Jahrhundert im frühneugotischen Stil erbaut. Das Schiff der Vorgängerkirche aus dem Jahr 1731 war vor dem Turm, dort wo jetzt die Straße entlangführt. Der neue Bau musste aufgrund der Größe und Örtlichkeit nach Norden zeigen. Interessanterweise gab es einen Baustopp Mitte des 19. Jahrhunderts, weil sich kein Handwerker finden ließ, der das massive steinerne Chorgewölbe mauern konnte. Die Gewölbe stürzten immer wieder ein. Auch damals war das wohl mit den Fachkräften bisweilen schwierig.

Ein wundervolles Zeugnis des frühen 18. Jahrhunderts in Bruchsteinbauweise ist das Gut Stockem in der Stockemer Straße. Der Vierkanthof liegt mit 320qm Wohnfläche auf einem fast 6.000qm großen Areal und wurde 1719 gebaut. Erwähnt wurde der Herrensitz bereits 1303. Bauernhaus und Nebengebäude bieten jede Menge Raum für Wohnen und Wirtschaften und zeigen sich von der Straße aus mit einer schönen Tordurchfahrt und einem kleinen Zwiebeltürmchen darüber.

Ein weiterer sehenswerter Gutshof ist die Hofanlage Rochenhaus mit einer Bruchsteinkapelle, einem Wohnhaus und Speicherbauten. Es findet sich in der Straße Rochenhaus 3. Kapelle und Bildstock des Ensembles kamen erst im 19. Jahrhundert hinzu, wobei die Geschichte der Hofanlage ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Im 19. Jahrhundert war es auch, dass der Hof Standort einer Bleihütte war. In der Marienkapelle sehenswert sind die Reliquienmonstranz und der Altar aus Belgien.

Zu Breinig zählt der Ortsteil Breinigerberg, der nordwestlich an der Landstraße L 12 nach Vicht liegt. Hier erhebt sich der Schlangenberg (276m). Die Landschaft am Schlangenberg ist auf einer Fläche von 108ha als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Hier wurde im 18. und 19. Jahrhundert Galmei abgebaut, dass für die Herstellung von Messing gebraucht wird. Das Naturschutzgebiet zeigt sich geschmückt mit Galmeiveilchen und Grasnelken. Das Veilchen ist ein Markenzeichen des schwermetallhaltigen Bodens.

Dass der Boden Schwermetalle unter der Grasnarbe birgt, sieht man auch daran, dass es hier recht baumlos ist, denn Baumwurzeln können das nicht gebrauchen. Das Naturinformationszentrum Schlangenberg in der alten Schule in Breinigerberg zeigt an Tafeln die Vielfalt der Flroa und Fauna am Schlangenberg sowie wirft einen Blick in das Hüttenwesen.

Südlich von Breinig liegt ein weiteres Naturschutzgebiet mit dem Namen Schomet. Hier wurde ab dem 15. Jahrhundert Aachener Blaustein gebrochen. 1985 wurde das Gebiet unter Schutz gestellt und renaturiert. Im Talbereich der ehemaligen Steinbrüche existiert ein Feuchtbiotop, das die hierfür charakteristische Vegetation aufweist. Eine typische Pflanze hier ist das Mädesüß.

Hält man sich vom Schomet aus weiter südlich, kommt man in den Stolberger Ortsteil Venwegen, der auch einige Bruchsteinhäuser denkmalgeschützt hat sowie die Pfarrkirche St. Brigida aus dem Jahr 1782. In Venwegen steht auch das Mutterkloster der Christenserinnen, das Haus Maria im Venn. Das Kloster am Waldrand mit Kindergarten und Seniorenzentrum stammt aus den 1970er Jahren.

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