Bietzen

Bietzen ist ein Stadtteil von Merzig im Saarland und liegt südlich der Kreisstadt. Direkt benachbart liegt das etwas kleinere Harlingen. Rund um Bietzen und Harlingen ist Landlust und Natur angesagt – wenig Bebauung, dafür Natur und die Naturschutzgebiete In Geiern, Südhang Hohe Berg und Wolferskopf, das romantische Mühlental und allen voran das Salzbiotop Bietzener Heilquelle.

Die Bietzener Heilquelle liegt am Saarufer und ihr Heilwasser plätschert über die Saline im Stadtpark von Merzig. Bereits im Mittelalter wurde die Quelle genutzt. Einst hieß sie Bietzener Salzquelle. Als das Gelände angehoben wurde beim Saarausbau war erstmal Schluss mit Quellwasser. Erst später wurde die Heilquelle wieder angebohrt und zwar als man die Wohnsiedlung mit Wasser versorgen wollte. Man stellte fest: zum Trinken war das Wasser zu salzig. Aber zum Heilen womöglich nicht. Das Wasser wird empfohlen bei allerlei Beschwerden, man kann es trinken, inhalieren und drin baden. Das Natrium-Kalzium-Chlorid-Wasser darf man sich an der Quelle direkt schöpfen.

Bietzen ist seit 1978 Wohnort des Bildhauers Paul Schneider (geb. 1927). 1984-96 bearbeitete er fünf Steine, die an verschiedenen Orten auf dem Bietzerberg stehen. Licht und Schatten lassen die Steine je nach Sonneneinstrahlung jeweils ein wenig anders wirken. Paul Schneider regte mehrere Bildhauersymposien an, wie die „Steine an der Grenze“ auf der anderen Saarseite und die „Steine und Pflanzen am Wasser“.

An einigen Schneider-Skulpturen vorbei kommt man auf einer Wanderung auf der Traumschleife Bietzerberger (18km). Aussichtsreiche Naturlandschaften. Bachläufe, Wiesen und Felder sowie Skulpturen, Streuobstwiesen, Orchideen und die Aussichten mit Saartal-Blick oder vom Aussichtspunkt Haustadter Tal machen die Wanderung abwechslungsreich.

In Bietzen selbst prägt die katholische Pfarrkirche St. Martin das Ortsbild. Sie ist relativ neu und stammt aus dem Jahr 1932. Das Baumaterial, z.B. Bruchsteine vom Bietzerberg, wurde von den Menschen unentgeltlich zur Baustelle gebracht. In der sachlich ausgeführten Kirche steht ein barocker Säulenaltar aus dem Jahr 1731.

Auf dem Bietzerberg findet sich mit der Marienkapelle Harlingen ein barockes Kleinod aus dem beginnenden 18. Jahrhundert. Die Kapelle ist seit dieser Zeit auch Ziel von Wallfahrern. Von kunstgeschichtlicher Bedeutung ist das Gnadenbild über dem Hochaltar. Es stammt aus der Zeit um 1430 und zeigt die sitzende Muttergottes mit dem Kind. Die Engelsbegleitung und der Strahlenkranz kamen erst 1926 hinzu.

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