Bassenheim

Bassenheim liegt rund 12km westlich von Koblenz im Neuwieder Becken. Es leben circa 3.000 Menschen in dem Örtchen mit dem Walpotplatz, um den herum sich einige sehr sehenswerte Fachwerkhäuser tummeln. Das Geschlecht der Walpots kam um 900 nach Bassenheim, das von Siegfried Walpot gegründet wurde, woran eine Statue am Platz erinnert. Ausgrabungen am Karmelenberg (372m) belegen eine prähistorische Besiedelung Bassenheims schon 200.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung.

Zu den hübsch restaurierten Häusern am Walpotplatz mit dem Historienbrunnen gehört auch das verputzte Frühmessnerhaus aus dem Jahr 1753, das das Martinus-Museum beherbergt, erkennbar auch an dem königlich-preußischen Briefkasten. Bruchsteinhäuser und Fachwerkhäuser, wie das Rathaus und die Alte Apotheke, stehen für die Baukunst alter Zeiten.

Die Pfarrkirche St. Martin ist eine um 1900 gebaute neoromanische Basilika mit Elementen des Jugendstils. Das Besondere an ihr ist in ihr: die bedeutendste mittelalterliche Skulptur der Eifel, der Bassenheimer Reiter.

Der Bassenheimer Reiter ist eine fast lebensgroße Reliefdarstellung aus dem Jahr 1239 aus Sandstein, stammt ursprünglich aus dem Mainzer Dom und zeigt die Mantelteilung des heiligen Martin mit dem Bettler. Das Relief des Naumburger Meisters ist kunstgeschichtlich wertvoll, da es im Übergang der Romantik zur Gotik entstand. Casimir Walpot (auch Waldbott), Domherr in Mainz im 17. Jahrhundert, brachte es nach Bassenheim.

Gegenüber der Kirche findet sich in einem englischen Park das Bassenheimer Schloss (beides in Privatbesitz), das einst der Familie Waldbott von Bassenheim gehörte. Seit dem 13. Jahrhundert war es in Besitz der Erzbischöfe von Trier. Es wurde 1917 ausgebaut. Am 8. Oktober 1948 fand hier ebenfalls Geschichte statt. Konrad Adenauer und Robert Schumann trafen sich geheim und bereiteten den mühevollen Weg zur deutsch-französischen Versöhnung. Das Adenauer-Schumann-Gedenkzeichen am Bassenheimer Rathaus erinnert an die historische Stunde.

Südlich von Bassenheim liegt der Karmelenberg, der als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Der Berg ist ein bewaldeter Schlackenkegel, der im Rahmen des Vulkanparks mit Infotafeln touristisch erschlossen und 2002 im „UNO-Jahr der Berge“, Berg des Monats Juni war. Der Name des Berges leitet sich vom Berg Karmel im heiligen Land ab.

Eine Besonderheit ist die Baumallee am Karmelenberg. 1662 wurde sie angepflanzt und ist damit die älteste Baumallee Deutschlands. Auf einer Strecke von 1,1km bestand sie aus 150 Bäumen. Rotbuchen, Eichen, Kastanien und Linden. Auf dem Weg den Berg hinauf entstand im 17. Jahrhundert auch ein Kreuzweg mit sieben Stationen.

Der Kreuzweg führt zur Marienkapelle auf dem Karmelenberg, erbaut 1662 im Auftrag von Anna Magdalena Waldbott-Bassenheim und 1688 geweiht. Sie ist die älteste barocke Kapelle im Koblenzer Raum und erstrahlt seit 1998 im liebevoll restaurierten alten Glanz.

Rund um den Karmelenberg verläuft der Keltenweg am Goloring (10km), neu gekennzeichnet durch ein weißes K im offenen Kreis auf rotem Grund. Der Weg startet an der Kirche St. Martin, führt durch die Baumallee und vorbei an Grabhügeln. Mineralstoffhaltige Erfrischung findet der Wanderer im Altengärtenweg an der Martinsquelle, genannt „Bur“. Der Goloring ist ein bedeutendes Kulturdenkmal und liegt nahe des Ortes Wolken, der bereits zu Kobern-Gondorf zählt.

Regionaler Bezug:

Weißenthurm Landkreis Mayen-Koblenz Rheinland-Pfalz Neuwieder Becken Mosel-Eifel Eifel