Gondorf (Kobern-Gondorf)

Gondorf war der Stammsitz der Fürsten von der Leyen. Während im Nachbarort Kobern die Burgen oberhalb des Orts in den Bergen stehen, sind in Gondorf zwei Schlösser direkt an die Mosel gebaut. Durch das auch Oberburg genannte Schloss Gondorf kann man sogar durchfahren. Das liegt daran, dass sie 1971 beim Ausbau der Bundesstraße B 414 in zwei Teile getrennt wurde. Ursprünglich war Schloss Gondorf eine Wasserburg, die einzige an der Mosel übrigens.

Schloss Gondorf entstand als Burg bereits im 12. Jahrhundert. Die von der Leyens übernahmen Mitte des 16. Jahrhunderts die Burg und bauten sie zum Schloss Gondorf aus. Ley bedeutet übrigens Fels. Und davon hatten die Herren von der Leyen reichlich und das mit Bewuchs: Rebstöcke nämlich. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erhielt Schloss Gondorf im Rahmen von Renovierungsmaßnahmen neugotische Züge.

Die Gesamtanlage besteht aus einer Hauptburg mit Palas. Die Vorburg hat einen dreigeschossigen Bau, mit einer sich anschließenden Toranlage von 1527. In den Räumlichkeiten von Schloss Gondorf befindet sich heute ein historisches Weinmuseum. Hier erfährt der Weininteressent Wissenswertes über den Weinbau und kann örtliche Produkte erwerben und sich die neuen Kenntnisse über die Zunge perlen lassen. Eine Außenstelle des Landeshauptarchivs hat ebenfalls seine Heimat auf Schloss Gondorf.

Quasi in der Nachbarschaft von Schloss Gondorf steht ein weiteres Schloss, das heute auf den Namen Schloss Liebieg hört. Die einstige Niederburg (nicht zu verwechseln mit der Niederburg in Kobern) in der Römerstraße hat dabei auch etwas hübsch märchenhaft Verwunschenes. Ritter Engelbertus de Contrave (1158-1160) war erster bekannter Bewohner des stattlichen Baus mit dem wunderbaren Park drumherum und der kleinen Kapelle, den Nebengebäuden, dem Rapunzeltürmchen mit umlaufendem Balkönchen – an fast alles möchte man ein -chen hängen.

Nach einigen Besitzwechseln und einer Plünderung Ende des 18. Jahrhunderts durch die Franzosen, erwarb ein Kaufmann die Burg, vererbte sie an seinen Sohn, der sie zu einem Schloss umbauen ließ. Der hatte eine Tochter und die wurde von einem Herrn von Liebieg geehelicht, daher der Name. Inzwischen ist das Schloss Liebieg wieder in Privatbesitz, wird aber für Veranstaltungen geöffnet. Wer es unvergesslich festlich mag, heiratet in der Kapelle und feiert im Spiegelsaal.

Die katholische Pfarrkirche St. Johannes Apostel am Von-der-Leyen-Platz sieht zwar alt aus, ist es aber nicht, gemessen am schlossigen Umfeld. Der neugotische Bau wurde 1882 errichtet.

Vgwort